Und ewig strahlt die Silberhütte
„Weißes“ Juwel der Nordoberpfalz

Schon vor Weihnachten trainierten Kinder der Lobkowitz-Realschule Neustadt Skilanglauf auf der Silberhütte. Rechts Manfred Gleißner vom Förderverein Skilanglaufzentrum. Bild: cf
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Bärnau
24.12.2016
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In leuchtendem Weiß - über grau-brauner Umgebung - strahlt die Silberhütte. Das bis zu 900 Meter hohe Waldgebirge macht seinem Namen Ehre. Auf 1,5 Kilometern Länge glänzt ein weißes Band für Skilangläufer und -Skater im Forst. Vier Schneekanonen schaffen die Unterlage für den in diesen Wochen exotisch anmutenden Wintersport.

Silberhütte/Bärnau. Der technisch erzeugte Schnee hält auch ein paar Plusgrade aus und steckt Regenschauer weg. "Minus sechs Grad sind für die Beschneiung ideal", sagt Alexander Klettner. Weil auf dem Höhenzug an der Grenze zu Tschechien fast immer der Wind weht, muss der technische Leiter des Skilanglaufzentrums oft auch während der Nacht die Schneekanonen penibel genau justieren: Damit das wertvolle (und teure) Weiß nicht in den Wald verblasen wird. Denn die Kanonen streuen auf einer Breite von sechs Metern.

Damit sich der Kunstschnee nicht zur glatten Eisbahn wandelt, bedarf er täglicher Pflege. "Wenn er nicht jeden Tag bearbeitet wird, brechen die Eiskerne der gefrorenen Wasserkristalle nach oben durch", weiß Klettner. 1700 Kubikmeter fasst der Teich für die Beschneiung. "Wir bräuchten jedoch für die Präparierung des kompletten Rundkurses von zwei Kilometer Länge das doppelte Fassungsvermögen", sagt Manfred Gleißner vom Förderverein Skilanglaufzentrum Silberhütte Ein weiterer Speicher-Teich steht deshalb auf der Wunschliste ganz oben. Der Mangel an Wasser blockiert die Schnee-Erzeugung, denn die Kanonen "verfeuern" bei Volllast in der Sekunde zehn Liter.

Investitionen von drei Millionen Euro - u. a. in ein modernes Funktiongebäude, Biathlon-Anlage mit acht Schießständen für Lasergewehre und professionelle, leistungsfähige Pistengeräte - stemmte der Förderverein in den vergangenen Jahren: Und machte damit die Silberhütte auch zum Ziel Zehntausender Schulkinder aus der gesamten Oberpfalz. Für die Mädchen und Buben stehen bis zu 100 Leihausrüstungen bereit, um mit Freude und Spaß den gesunden Skilanglauf-Sport zu erlernen. "Vor zehn Jahren sah man noch kaum ein Kind auf Langlaufskiern. Heute hat sich unser Publikum deutlich verjüngt", beobachtet Gleißner schmunzelnd.

Parkgebühren wichtig

Als "kleines Juwel" rühmte jüngst der weltbeste Kombinierer, Eric Frenzel, die Anlage. Mit den optimalen Trainings-Möglichkeiten "vor der Haustür" kann sich Frenzel oft die Fahrt ins Zentrum Oberwiesenthal sparen. "Was uns noch fehlt, ist eine asphaltierte Rollerstrecke. Damit wäre die Biathlon-Anlage perfekt", sagt Gleißner, der über ein feingesponnenes Netzwerk zahlreiche Sponsoren gewann, darunter maßgeblich Walter Winkler (Witron) aus Parkstein. "Ohne ihn wäre unser Eigenanteil an den Investitionen nicht zu bewältigen."

Als Vision schwebt Manfred Gleißner ein ganzjähriger Betrieb vor - mit dem Unterfangen, die Silberhütte als Biathlon-Nachwuchszentrum auszubauen. Der laufende Unterhalt wird im Wesentlichen durch die Parkgebühren und den fast 900 Mitglieder zählenden Förderverein bestritten.

Was uns noch fehlt, ist eine asphaltierte Rollerstrecke. Damit wäre die Biathlon-Anlage perfekt.Manfred Gleißner, Förderverein Skilanglaufzentrum Silberhütte
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