23.08.2017 - 14:38 Uhr
BärnauOberpfalz

Unfall auf der "Wenderner Höhe" Langholzfahrer übersieht Pkw

Viel Kohle kostet es, den beim Unfall ausgelaufenen Diesel fachgerecht zu entsorgen. Wenigstens kommen die beiden Unfallgegner mit dem Schrecken davon.

Zwei Leichtverletzte und etwa 100 000 Euro Schaden sind die Bilanz des Unfalls am Mittwoch an der Kreuzung bei Wendern. Bilder: tr (2)
von Norbert Grüner Kontakt Profil

Wendern. Das vielzitierte Glück im Unglück hatten am Mittwoch früh zwei Verkehrsteilnehmer an der Kreuzung auf der sogenannten "Wenderner Höhe", weil sie bei dem Unfall beide nur leicht verletzt wurden. Gegen 6 Uhr bewegte sich der Fahrer eines tschechischen Langholzfahrzeugs aus Richtung Wendern kommend auf die Kreuzung zu und wollte sie in Richtung Ödwaldhausen geradeaus überqueren. Er übersah einen Pkw, der zwischen Bärnau und Schwarzenbach unterwegs war.

Totalschaden

Als der Langholztransporter praktisch die komplette Straße blockierte, konnte der 21-jährige Pkw-Lenker aus dem Landkreis nicht mehr ausweichen und fuhr in die Seite des Auflegers. Das Fuhrwerk kippte um und verteilte seine schwere Last - vier Meter lange Baumstämme - auf der Straße, im Straßengraben und in einem angrenzenden Maisfeld. Beim Aufprall entstand am Ford C-Max des Unfallgegners Totalschaden. Der junge Mann wurde vorsorglich ins Krankenhaus Tirschenreuth gebracht. Der Aufwand an Großgerät, um den Lastwagen und dessen Ladung zu bergen, war enorm. Als erstes wurde der Pkw abtransportiert. Dann wurden die Holzstämme, die für ein Sägewerk in Stein bestimmt waren, auf ein anderes Langholzfuhrwerk umgeladen und an ihren eigentlichen Bestimmungsort gebracht. Schwieriger gestaltete sich das Aufrichten des 40-Tonners, dessen Auflieger quer über der Straße lag. Die völlig demolierte Zugmaschine war im Straßengraben liegengeblieben. Mit schweren Bergungsfahrzeugen wurde der Schwerlaster zurück auf die Straße gestellt und konnte von dort im Schlepptau abtransportiert werden.

Diesel im Erdreich

Weil bei dem Unfall Diesel in nicht unerheblicher Menge ausgelaufen ist - die Vertreter von Wasserwirtschaftsamt und Polizei sprechen von 500 Litern - mussten neben der Straße etwa 20 Kubikmeter Erdreich abgetragen werden. Die wurden in Containern zur Deponie Steinmühle gebracht und dort im kreiseigenen Labor beprobt, um zu entscheiden, wo das kontaminierte Erdreich letztendlich deponiert werden kann. Die Feuerwehren aus Bärnau, Ellenfeld und Hermannsreuth waren an der Bergung mit etwa 20 Kameraden beteiligt. Sie pumpten den restlichen Diesel aus dem Tank des Sattelzuges in ein Fass um und säuberten die Straße, die bis 11 Uhr komplett gesperrt war. Die Polizei beziffert den Gesamtschaden auf 100 000 Euro.

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