03.01.2018 - 21:40 Uhr
BärnauOberpfalz

Photovoltaik und Speichersysteme Sonnenstrom in die Batterie

Ein pragmatischer Schrittmacher für die Energiewende sitzt im östlichen Landkreis Tirschenreuth. Mehr als 6000 Photovoltaikanlagen installierte bisher die Firma Krisch Energietechnik. Der Mittelständler gilt als eine erste Adresse für technisch anspruchsvolle Sonderlösungen in Europa.

Die Batterie speichert bis zu 30 Kilowattstunden: Jürgen Leiß, Geschäftsführer und Inhaber der Firma Krisch Energietechnik, macht in Verbindung mit Photovoltaik und Blockheizkraftwerk seinen Betrieb völlig energieautark. Bild: cf
von Clemens Fütterer Kontakt Profil

Schwarzenbach/Bärnau. Ob für Audi in Ungarn oder für das Porsche-Zentrum in Prag: Wenn es knifflig wird oder energieautarke Systeme gefragt sind, kommt der bei Bärnau beheimatete Betrieb ins Spiel - zuletzt bei der Druckerei Regler, die sich durch eine kommerzielle Kombination mit Diesel-Aggregaten nahezu unabhängig von der öffentlichen Stromversorgung machte (wir berichteten).

Jürgen Leiß übernahm 2009 durch Management-Buy-Out (MBO) die von Heizungsbau- und Elektromeister "Pionier" Wilhelm Krisch im Jahre 1976 gegründete Firma. Ihre Geschichte ist ein turbulentes Spiegelbild der Energiewende in Deutschland. Der Photovoltaik-Boom katapultierte den Familienbetrieb von anfangs 8 Beschäftigten in der Spitze auf rund 70 Mitarbeiter und 30 Millionen Euro Jahresumsatz.

Nach den Krisenjahren 2013 bis 2015 schrumpfte die Firma gewaltig. "60 Prozent unserer Wettbewerber gibt es nicht mehr - aber wir stehen gesund da", sagt Geschäftsführer Jürgen Leiß. Der 48-Jährige setzt schon immer auf bewährte kaufmännische Tugenden: völlige Unabhängigkeit von Bankkrediten, Investitionen aus dem Cashflow; selbst alle Firmenfahrzeuge und Computer sind gekauft - und nicht geleast. Leiß: "Deshalb gibt es uns heute noch."

Kleiner, nicht billiger

Ein visionäres Gewinn-Beteiligungs-Modell beflügelt die Motivation der Mitarbeiter, "und aus unseren Kunden wurden inzwischen Freunde", berichtet Leiß, der sich frühzeitig nicht nur mit Photovoltaikanlagen befasste, sondern auch mit Batteriespeichersystemen in der Größe von einer Waschmaschine bis zum Aktenkoffer: "Jedes halbe bis dreiviertel Jahr gibt es einen Entwicklungssprung. Weil die Rohstoffe knapp sind, werden die Speicher zwar leistungsfähiger und kleiner, aber nur geringfügig billiger."

Nach Einschätzung von Jürgen Leiß amortisiert sich eine PV-Anlage in Kombination mit einem Batteriespeicher in rund 13 bis 14 Jahren. Mit einer Investition von etwa 15 000 bis 20 000 Euro lasse sich ein Einfamilienhaus weitgehend energieautark machen. Ein Fernseher sei schließlich auch nicht rentabel: "Es ist ein großer Unterschied, ob etwas wirtschaftlich machbar oder politisch gewollt ist ...", meint Leiß. Sein Betrieb spezialisiert sich übrigens auch auf sogenannte "Insel-Lösungen", mit denen sich (sensible) Unternehmen völlig unabhängig von der öffentlichen Stromversorgung machen und somit von Stromausfällen nicht berührt sind.

"Bei uns wird jeder Auftrag, egal ob klein oder groß, mit größter Sorgfalt durchgeführt", betont Inhaber Leiß mit Blick auf die Leistungspalette seiner Firma: Auf den Dächern zahlreicher Einfamilienhäuser, aber auch Schulen, öffentlicher Gebäude und Unternehmen in der Region erzeugen die von Krisch Energietechnik montierten Module umweltfreundlichen Strom.

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