22.08.2014 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

ADAC testet Taxis: Drei Viertel der Fahrten sind gut Nur selten Mängel

Wer in deutschen Städten in ein Taxi steigt, bekommt in der Regel guten Service geboten - sagt zumindest der ADAC. Bild: dpa
von Agentur DPAProfil

Taxikunden können in deutschen Städten in den allermeisten Fällen beruhigt einsteigen: Sie bekommen meist guten Service. Der ADAC schickte für eine Stichprobe seine Tester in acht deutschen Städten auf die Straße und stellte nach 160 Fahrten fest: In der Gesamtbewertung waren ein Viertel aller Fahrten mit "sehr gut" bewertet, mehr als die Hälfte mit "gut". 17 Mal gab es "ausreichend", 21 Fahrten fielen mit "mangelhaft" und "sehr mangelhaft" durch.

Am meisten haperte es bei den Quittungen. Fast 90 Prozent der Belege waren unvollständig ausgefüllt. Die häufigsten Mängel waren ferner fehlende Hinweise auf Tarife und Anschnallpflicht. Bei 16 Fahrten registrierten die Tester unnötige Umwege. Bei 17 Prozent aller Fahrten hielten sich die Fahrer nicht an die Verkehrsregeln.

Der ADAC beurteilte Fahrer, Fahrzeug und Routenwahl. Getestet wurde in Berlin, Dresden, Frankfurt am Main, Hamburg, Hannover, Köln, München und Stuttgart auf jeweils fünf definierten Routen innerhalb der Stadt. Jede der Routen wurde von zwei Testern einmal nachts und einmal tagsüber befahren. Es gab also 20 Fahrten pro Stadt.

Extrembeispiel: Bei einer Fahrt in Frankfurt kannte sich der Fahrer nicht aus, machte einen großen Umweg, überfuhr rote Ampeln und gab zu guter Letzt noch zu wenig Wechselgeld zurück. Ebenso fehlten Hinweise auf Fahrerlaubnis und Tarifübersicht. Der ADAC empfahl nach der Auswertung der Stichprobe eine Vereinheitlichung der Taxiordnungen und transparente Tarifsysteme.

Allein in München sind 3400 Taxen zugelassen, davon dürften mindestens 2000 pro Tag auf den Straßen unterwegs sein. Die Münchner Taxi-Genossenschaft schätzt, dass es täglich mindestens 25 000 Fahrten gibt. Bei der geringen Zahl der vom ADAC getesteten Fahrten sei das Ergebnis leicht beeinflussbar, sagte Vorstand Frank Kuhle. "Ein einzelner Ausrutscher kann die Statistik schon erheblich verändern."

Der Präsident des Deutschen Taxi- und Mietwagenverbandes, Michael Müller, sagte, der Verband nehme solche Tests sehr ernst.

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