13.12.2017 - 16:03 Uhr
Deutschland & Welt

Genießen mit Vernunft: So schlägt das Weihnachtsessen nicht auf den Magen Schlemmen ohne Reue

Weihnachten ist ein besonderes Fest. In jeder Hinsicht. Jedes Verbot, das man sich an diesen außergewöhnlichen Tagen auferlegt, ist zum Scheitern verurteilt: Warum sollte ausgerechnet an Weihnachten auf herzhaftes Essen verzichtet werden? Auf süße Leckereien wie Plätzchen und Lebkuchen? Das schafft nur Frust. Wer wirklich auf gesunde Ernährung à la Salat und Obst umsteigen möchte, sollte nicht unbedingt in der Advents- und Weihnachtszeit damit anfangen. Es ist eigentlich auch nicht nötig, denn mit einigen Verhaltensregeln ist Schlemmen ohne Reue möglich.

von Gesund & VitalProfil

Nach dem Schlemmen: Reduktionstag ohne Fleisch Das geht schnell: Wer es mit dem Essen übertreibt, schafft es mühelos, innerhalb weniger Tage zwei bis drei Kilo zuzulegen – die Ente, die Gans, dazu allerlei Süßes, die Weihnachtszeit verlangt jedem Gourmet einiges ab. Es empfiehlt sich, einen Tag vor den Feiertagen sein Gewicht zu kontrollieren und eine Woche danach noch einmal. Denn wichtig ist Kontrolle, damit das Gewicht nicht gänzlich aus dem Ruder läuft. Wer sich nach dem großen Schlemmen einen Reduktionstag ohne Fleisch und Fett, dafür aber mit viel Obst und Gemüse verordnet, findet rasch wieder auf sein normales Maß zurück. Tatkräftig unterstützen lässt sich dies, wenn während der Feiertage ausreichend spazieren gegangen wird – also nach dem Genuss nicht auf die Couch, sondern raus an die frische Luft! Pro Stunde Spaziergang werden 200 bis 300 Kalorien verbrannt. auf diese Weise verschwinden die überflüssigen Pfunde wieder von alleine.

Es müssen nicht immer Ente und Gans sein Schon bei der Zubereitung können Kalorien gespart werden, so könnte man die Weihnachtsgans einmal anders als gewohnt würzen, etwa mit Ingwer, Fenchel, Kümmel oder Anis – diese Gewürze unterstützen die Verdauung. Wird die Ente oder Gans während des Bratens angestochen, so kann das Fett abfließen und der Braten wird kalorienärmer. auch der beliebte Karpfen wird übrigens Figur freundlicher, wenn der Sud aus frischen Kräutern und Wurzelgemüse zubereitet wird. Eine generell fettärmere alternative zur Gans oder Ente sind übrigens Pute und Hühnchen, dazu ist Sauerkraut die ideale Beilage, da es verdauungsfördernd wirkt. Fetthaltige Soßen auf Basis von Butter oder Sahne können anteilig durch Zugabe von Milch oder Brühe ersetzt werden. und als Nachtisch sind Bratäpfel eine gesunde und gleichzeitig weihnachtliche alternative zu süßen Lebkuchen und Plätzchen.

Immer mit der Ruhe – und langsam genießen Beim Essen selbst ist es wichtig, langsam zu genießen. Denn erst 15 bis 20 Minuten nach dem Beginn der Mahlzeit tritt das Sättigungsgefühl ein. Ebenfalls hilfreich: ausreichend trinken, und zwar schon vor dem Essen. Das Trinken von einem halben Liter Wasser einige Zeit vor dem Essen reduziert die Kalorienzufuhr um rund 75 Kilokalorien – das zumindest haben Studien ergeben.

Auch wenn es so mancher vielleicht nicht gerne hören mag: Wer nach dem fetten Essen unter Sodbrennen leidet, Finger weg vom Verdauungsschnaps, denn der Hochprozentige bringt nur noch mehr Kalorien. Rebelliert der Magen, empfehlen Experten Tee mit Pfefferminz, Fenchel, Anis, Ingwer oder Kümmel.

Vorsicht: die Plätzchenfalle Man kennt das Problem: Der Genuss von nur einem Plätzchen macht Lust auf mehr, und ehe man sich versieht, ist der Teller auch schon wieder leer! Das passiert ganz automatisch und wie von Zauberhand! Ein paar Plätzchen sind sicherlich nicht verboten, vor allem nicht, wenn man die kalorienärmeren Varianten wählt. Beispielsweise sind Zimtsterne mit 60 Kilokalorien pro Stück echte Kalorienbomben. Pfeffernüsse kommen hingegen nur auf 40 Kilokalorien. Auch Kokosmakronen sind für Figurbewusste eine gute Wahl, da sie keine Butter und damit kaum Fett enthalten. Damit man die Plätzchen bewusst genießen kann, ist es hilfreich, den eigenen Plätzchenteller zusammenzustellen. So wird unkontrolliertes Naschen verhindert oder zumindest erschwert.


Süsse Gefahr für Diabetiker

In der advents- und Weihnachtszeit locken sie – die vielen süßen Naschereien. Für Diabetiker eine besondere Zeit der Herausforderung. Doch letztendlich sind die Wochen mit Weihnachtsplätzchen, Punsch und Schokolade eine süße Verlockung wie für gesunde Menschen auch. Für Diabetiker gilt allerdings: den Blutzuckerspiegel kontrollieren.

Zuckerkranke können sich auch dann normal ernähren, wenn sie
Insulin spritzen oder Tabletten mit so genannten Sulfonyl-Harnstoffen oder Gliniden einnehmen müssen. allerdings sollten sie darauf achten, wie viele Kohlenhydrate in ihren Speisen enthalten sind, um die Medikamentendosis und den Zuckerkonsum aufeinander abstimmen zu können. Grundsätzlich gehören zu allen Speisen, die den Blutzuckerspiegel steigen lassen, alle Lebensmittel aus Getreide wie Brot, Nudeln, Kuchen und Gebäck sowie Obst, Milch und Joghurt. Fett, Eiweiß und Fasern hingegen haben keinen Einfluss auf den Blutzucker.

Fachleute empfehlen, dass etwa die Hälfte der Kalorien aus kohlenhydratreichen Lebensmitteln stammen sollte. Das heißt: Ein Stück Kuchen oder etwas Schokolade muss man sich nicht immer verkneifen. Wichtig ist nur, Maß zu halten. Generell gilt: Je mehr Fett eine Süßigkeit enthält, desto kalorienreicher ist sie, aber umso langsamer steigt auch der Blutzucker an. Je süßer die Speise ist, desto mehr Insulin braucht der Körper.

Knusprige, fettarme Ente mit Johannisbeersauce

Durch das lange Garen und dadurch, dass immer wieder in die Haut rings um Keulen und Brust gestochen wird, gelingt der Entenbraten so fettarm wie irgend möglich. Wichtig: Bleibt beim Entfetten des Fonds sehr viel flüssiges Fett in der Tülle des Fettabscheidekännchens, gießen Sie es als Erstes ab. Die beste Beilage zur knusprigen Ente: Kartoffel-Sellerie-Püree und Rotkohl oder Rosenkohl.

Zutaten

• 2 Zwiebeln
• 1 kleines Bund Suppengrün (ca. 350 g)
• 1 Ente (ca. 2 kg)
• Salz
• Pfeffer
• 500 ml Geflügelbrühe
• 2 EL rotes Johannisbeergelee (Glas)
• 50 ml Sojacreme

Zubereitung

Zwiebeln schälen und grob würfeln. Das Suppengrün putzen. Möhren, Sellerie und gegebenenfalls Petersilienwurzel waschen, schälen und grob zerteilen. lauch der länge nach aufschneiden, gut waschen und in dicke Ringe schneiden.

Ente von innen und außen abspülen. Sichtbares Fett abschneiden und eventuell vorhandene Federkiele mit einer Pinzette entfernen.

Ente von innen und außen mit Salz und Pfeffer würzen. Flügelspitzen mit einer Geflügelschere abschneiden.

Die Ente mit der Brust nach unten in einen ausreichend großen Bräter legen. Zwiebeln und Suppengemüse darum herum verteilen.

Flügelspitzen und vorhandene Innereien ebenfalls zugeben. Geflügelbrühe in einem kleinen Topf kurz aufkochen und in den Bräter gießen.

Ente im vorgeheizten Backofen bei 220 °C (umluft: nicht geeignet, Gas: Stufe 3-4) auf der 2. Einschubleiste von unten 30 Minuten garen. Dann die Hitze auf 100 °C (Gas: Stufe 1) herunterschalten und weitere 4 Stunden garen; zwischendurch immer wieder mit einer Fleischgabel die Haut rings um die Keulen und an der Brust einstechen, damit das Fett austreten kann. ab und zu mit dem Bratensaft beschöpfen.

Den Backofenrost auf die Fettpfanne legen und die Ente mit der Brustseite nach unten daraufgeben.

Backofen wieder auf 220 °C (Gas: Stufe 3-4) hochschalten und die Ente in etwa 30 Minuten knusprig braten, dabei 1- bis 2-mal umdrehen und darauf achten, dass die Haut nicht zu dunkel wird.

Den Bratensatz mit dem Gemüse durch ein Sieb in ein Fettabscheidekännchen gießen und den Fond ohne das Fett in einen Topf geben.

Gemüse aus dem Sieb zum Fond geben und aufkochen. Johannisbeergelee und Sojacreme unterrühren. Nochmals aufkochen, mit einem Stabmixer zur Sauce pürieren, salzen und pfeffern. Knusprige Ente gemeinsam mit dem Gemüse servieren.

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