31.07.2017 - 15:59 Uhr
Deutschland & Welt

Verborgene Goldschätze, weiße Frauen und Mittelalter zum Anfassen Burgensommer im Oberpfälzer Wald

Der Oberpfälzer Wald ist „steinreich“ – nirgendwo sonst in Deutschland gibt es so viele Burgen und Schlösser. Auch wenn manche der ehrwürdigen Gemäuer die Zeit nur als Ruinen überdauert haben, kann man sich ihrem geschichtsträchtigen Zauber einfach nicht entziehen. Geheimnisvolle Sagen und Legenden ranken sich um ihre ehemaligen Bewohner – und oft ist allein schon der Ausblick einen Besuch wert…

von Ferien ZeitungProfil

Die Burgruine Weißenstein (frei zugänglich) thront auf massigen Granitblöcken hoch über dem Naturpark Steinwald. Erbaut wurde sie wohl im 11. Jahrhundert, doch bereits wenige Jahrhunderte später hatte sie als Wohnsitz ausgedient. Bei gutem Wetter reicht der Blick vom Bergfried über die weitläufigen Wälder bis ins Erzgebirge und den Kaiserwald. Die Burgruine Weißenstein liegt direkt am Goldsteig und Fränkischen Gebirgsweg. Der kürzeste Fußweg führt vom Marktredwitzer Haus in einem kurzen, aber knackigen Anstieg über 2,3 km direkt zur Ruine.

Genauso spektakuläre Fernsichten bietet die Burgruine Waldeck (frei zugänglich). Sie wurde 1124 erstmals urkundlich erwähnt und zählt damit zu den ältesten Burgen der Oberpfalz. Im Spanischen Erbfolgekrieg fiel sie kaiserlichen Truppen zum Opfer, die sie stark demolierten. In den letzten 30 Jahren wurden große Teile der Ruine ausgegraben und liebevoll restauriert. Infotafeln und eine App informieren über den historischen und geologischen Reichtum des Waldecker Schlossbergs.

Eine Burg der ganz anderen Art dagegen ist die Turmhügelburg oder Motte im Geschichtspark Bärnau-Tachov. Sie ist das Herzstück des archäologischen Freilandmuseums, das Dienstag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr geöffnet hat. Im 11. Jahrhundert waren diese Motten die Tausendsassas unter den Burgen – Verwaltungsgebäude, Machtsymbol, Militärbasis und Grenzsicherungsanlage in einem. Ein Original ist die Bärnauer Burg freilich nicht, ein solch schlichter Holzbau konnte die Jahrhunderte nicht überdauern. Aber der Nachbau ist originalgetreu und basiert auf archäologischen Befunden.

Heute ist es kaum zu glauben, aber auch die Burg Falkenberg war lange Zeit bereits eine Ruine. Nach dem Dreißigjährigen Krieg verfiel sie und wurde als Steinbruch genutzt – bis sie 1936 von Friedrich Werner Graf von der Schulenburg zum Altersruhesitz auserkoren und wiederaufgebaut wurde. 1944 wurde Schulenburg als Mitverschwörer des Stauffenberg-Attentats auf Hitler hingerichtet. Seine bewegte Lebensgeschichte, u.a. als deutscher Botschafter in Moskau, zeigt das Museum in der kürzlich sanierten Burg, die sonntags um 14.00 und 15.30 Uhr mit Führung zu erkunden ist. Jederzeit frei zugänglich ist der kurze Graf-Schulenburg-Rundweg, der mit verträumten Blicken über die Waldnaab und immer wieder neuen Perspektiven auf die imposante Burganlage lockt.

TIPP:

Unter
www.oberpfaelzerwald.de/burgen
finden Sie eine Übersicht über alle Burgen im Oberpfälzer Wald. Oder Sie fordern einfach unter Tel. 09631/88-223 oder Mail
tourismus[at]tirschenreuth[dot]de die kostenlose Broschüre „Burgensommer 2017“ an.

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.