09.05.2017 - 13:11 Uhr
Deutschland & Welt

Stunde der Gartenvögel LBV-Mitmachaktion: Wo leben und brüten Spatzen?

Am Muttertags-Wochenende ruft der Landesverband für Vogelschutz in Bayern (LBV) wieder dazu auf, die Vögel in den Gärten zu zählen. Zum ersten Mal liegt dabei der Schwerpunkt der Mitmachaktion „Stunde der Gartenvögel Plus“ auf dem Spatz. Der LBV möchte wissen, wo Spatzen in Bayern leben und brüten.

Der LBV widmet seine "Stunde der Gartenvögel" dieses Jahr besonders dem Spatz und möchte wissen, wo die Vögel in Bayern leben und brüten. Zum Zählen aufgerufen sind vor allem Gartenbesitzer.
von Externer BeitragProfil

Der einstige Allerweltsvogel steht seit 2016 in Bayern auf der Vorwarnliste der Roten Liste der Brutvögel. „Mit dem diesjährigen Plus der Aktion wollen wir herausfinden, wo der Haussperling in Bayern noch lebt und brütet“, erklärt die LBV-Citizen-Science Beauftragte Martina Gehret in einer aktuellen Pressemitteilung zur Aktion.

Schwierigkeiten bei der Suche nach Brutplatz


Alle Teilnehmer sind vom 12. bis 14. Mai dazu aufgerufen, nicht nur eine Stunde lang alle Vögel zu zählen, sondern zusätzlich einfache Angaben zum Spatz zu machen. Bereits zum 13. Mal ruft der LBV und sein bundesweiter Partner NABU zur Gartenvogelzählung auf. Die Ergebnisse des „Citizen Science“-Projekts liefern Auskunft über die Entwicklung der heimischen Vogelwelt und den Lebensraum Garten.

So können Sie mitmachen

Bei der Stunde der Gartenvögel Plus ist Mitmachen einfach. Man muss kein Vogelexperte sein: Man setzt sich vom 12. bis zum 14. Mai eine Stunde lang mit Block und Stift in den Garten, Park oder auf den Balkon und zählt in diesem Zeitraum alle Vögel, die zu beobachten sind. Die Daten können direkt online in ein Formular eingegeben, per Post abgeschickt oder über Fax zum LBV gesandt werden. Als Bestimmungshilfe bietet der LBV zusätzlich Steckbriefe mit den 30 häufigsten Gartenvögeln auf seiner Homepage an. Die beobachteten Vögel können ganz einfach über die große Aktionsseite www.stunde-der-gartenvoegel.lbv.de eingegeben werden.Der Spatz ist der Kulturfolger schlechthin: Wo der Mensch hingeht, da fliegt der Haussperling hinterher – so ist es schon seit Jahrthunderten. Doch intensive Bautätigkeiten und Gebäudesanierungen in den bayerischen Städten wie München, Nürnberg und Augsburg erschweren ihm die Suche nach einem geeigneten Brutplatz. „Als so genannter Gebäudebrüter ist er auf Spalten und Hohlräume unter dem Dach oder an der Fassade unserer Häuser angewiesen“, erklärt Martina Gehret.
Zusätzlich verschwindet auch sein Lebensraum, da Hecken, Sträucher und dichte Wandbegrünungen immer weniger werden. „Dort halten sich die Spatzen aber gerne auf, um in der Gruppe ihr Sozialleben zu pflegen oder um sich im Notfall vor Feinden zu schützen“, so Gehret.

Auch in ländlichen Gebieten und Gärten im Freistaat ist der Bestand des einstigen Allerweltsvogel rückläufig: „Heute tschilpen in einer Hecke nicht mehr hundert Spatzen wie früher, sondern nur noch zwanzig. Da die aber genauso laut sind wie hundert, fällt der Rückgang fast niemandem auf“, weiß Gehret.
Der LBV möchte deshalb im Rahmen seiner Mitmachaktion herausfinden: An welchen bayerischen Häusern brüten noch Haussperlinge und gibt es in den Gärten noch Hecken oder Sträucher, in denen sich die Spatzen regelmäßig aufhalten? „Die Angaben der Teilnehmer zum Spatz sind unabhängig davon, ob die flinken Vögel während der Zählstunde beobachtet wurden“, erklärt Martina Gehret.

Weniger Insekten auf der Speisekarte

Hat der Spatz einen geeigneten Nistplatz gefunden, droht ihm gleich die nächste Gefahr. „Bei der Versorgung ihrer Küken entfernen sich Haussperlinge nur maximal vierhundert Meter von ihrem Brutplatz“, sagt Gehret. Um den erhöhten Eiweißbedarf der Jungvögel zu decken braucht sie daher ein reichhaltiges Insektenangebot in unmittelbarer Nähe. Insekten sind jedoch Mangelware auf Grund übermäßiger Verwendung von Insektiziden in Privatgärten, Stadtgrün und der Landwirtschaft. Auch die zunehmende Pflanzung von nicht-heimischen Gewächsen, die keine Nahrung für heimische Insekten bieten, trägt laut LBV zum Insektenmangel bei.
„Wer dem Spatz ein Zuhause geben möchte, kann dem geselligen Vogel einen kleinen Wellness-Bereich mit Staubkuhle und kleinen Pfützen einrichten“, rät Martina Gehret. Als Ruhebereich eigenen sich dichte Hecken und Sträucher, die von den Vögeln oft über Generationen hinweg genutzt werden. Besonders beliebt bei Spatzen ist eine geschnittene Ligusterhecke. Ein naturnaher Garten mit heimischen Pflanzen bietet darüber hinaus auch einen reichgedeckten Tisch für Jung- und Altvögel.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.