25.11.2016 - 15:24 Uhr
Deutschland & Welt

Ausstellung im Volkskundlichen Gerätemuseum Mit spitzer Feder auf Grünrockjagd

Der muss noch mehr schmunzeln, der in der Terminologie der Jägersprache zu Hause ist. Dann erst werden Begriffe wie "Schnepfenstrich" oder "Luderplatz" die Haralds Klavinius und Jörg Mangold zu Papier gebracht haben, so richtig witzig.

von Norbert Grüner Kontakt Profil

Bergnersreuth. Einen Querschnitt ihres Schaffens zeigen die beiden, die selbst passioniert dem Waidwerk frönen, derzeit im Sonderausstellungsraum des Gerätemuseums. Jörg Mangold ist Mediziner und Vorsitzender des Ethikrats des Bayerischen Jagdverbandes. Und er ist ein Meister des Aquarells. In seinen Karikaturen nimmt er die eigene Zunft sehr pointiert und subtil mit nassem Pinsel aufs Korn. Im Gegensatz zu Haralds Klavinius, der eher als Satiriker, selten auch als Zyniker auftritt und mit grafischen Mitteln die Jägerschaft durch den Kakao zieht. Ihre gemeinsame Ausstellung heißt "Humor ist, wenn man trotzdem jagt." Auf 58 Karikaturen und Cartoons nehmen sie die Jägerschaft gewaltig auf die Schippe. Die Bilder von Mangold sind Originale. Die Werke von Klavinius sind hochwertige Kunstdrucke, die in Kleinserien zwischen 30 und 100 Exemplaren aufgelegt sind.

Antiquierte Sprache

Ob "Schnepfenstrich", "Luderplatz", Reiz- oder Baujagd, für alle nur erdenklichen jägerischen Standards haben sie die passende künstlerische Antwort auf das Waidwerk, das, zumindest in seiner Sprache, mittlerweile doch recht antiquiert daherkommt. Klavinius ist Würzburger, studierte Grafik-Design und ist seit 1982 als freier Illustrator und Cartoonist tätig. Seit 1983 ist er Jäger. Er hat Werbekampagnen unter anderem für British-Airways, Shell, VW, Frankenbrunnen, Ballistol oder Kodak illustriert. 1995 begann er damit, die Schwächen und Eitelkeiten der Jäger zum Thema seiner Arbeiten zu machen.

Wiederkehrende Symbole

Seither erscheinen regelmäßige Veröffentlichungen seiner Jagd- und Angelcartoons in Fachzeitschriften in Deutschland, Österreich, Frankreich, Belgien und Spanien. Begehrt ist auch sein Jahreskalender. Der aktuelle heißt, "Das Revier steht Kopf". Auffallend in seinen Bildern sind immer wiederkehrende Symbole, die nichts mit dem eigentlichen Werk zu tun haben. Haifisch-Rückenflosse, erhängte Gartenzwerge im Baum, Zeigefinger mit rot lackiertem Nagel, sind die am häufigsten verwendeten.

Jörg Mangold ist geborener Pappenheimer und kennt die Schwächen und Missgeschicke seiner "Pappenheimer" in der Jägerschaft nur zu gut. Er studierte erst Veterinär-, dann Humanmedizin und lebt heute in Niederbayern. Seit seiner Kindheit ist er begeisterter Jäger, Angler und Maler. Er arbeitet als Autor für diverse Jagdzeitschriften, ist TV-Moderator und war Mitglied der Kabarettgruppe "Pockinger Buam". Seine Cartoon-Serie "Der Mangold" erscheint seit 2008 in der Jagdzeitschrift "Der Anblick". Mangold ist einer der bekanntesten deutschen Tier- und Landschaftsmaler, Illustratoren und Autoren von Jagdbüchern.

Bis Februar

Die Ausstellung im Volkskundlichen Gerätemuseum ist noch bis 5. Februar 2017, dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr geöffnet.

Rahmenprogramm

Samstag, 17. Dezember:

Führung durch den "wilden Winterwald". In Kooperation mit dem Naturpark Fichtelgebirge erklärt Eckhardt Kasch, was die Spuren, die Tiere im Schnee hinterlassen, verraten. Winterfestes Schuhwerk ist dabei erforderlich! Start ist der Wanderparkplatz in Grassemann.

6. Januar 2017

Um 14 Uhr führt Museumsleiterin Dr. Sabine Zehentmeier-Lang durch die Ausstellung.

Samstag, 14. Januar 2017:

"Wildes Fichtelgebrige" hat Beate Roth ihren Kochkurs für traditionelle und moderne Wildgerichte überschrieben. Anmeldung im Gerätemuseum erforderlich.

15. Januar 2017:

Rundgang durch die Landesjagdschule Wunsiedel und das zugehörige Revier und Rotwildgehege mit Severin Wejbora. Treffpunkt ist die Landesjagdschule Wunsiedel. Anmeldung unter Telefon: 09233/5225 oder E-Mail: museum[at]bergnersreuth[dot]de

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