Der Passauer Lyriker Friedrich Hirschl bringt mit "Flussliebe" seinen sechsten Gedichtband ...
Tiefsinniges in aller Kürze

Der Passauer Autor Friedrich Hirschl. Bild: Frank Weichelt
Kultur BY
Bayern
27.04.2013
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"Flussliebe: Er hat den Arm/Um das kleine/Stück Land gelegt/Wie ein Vater/dem Kind". Die Gedichte in seinem neuen Band sind geprägt von Naturbildern. Friedrich Hirschl, Lyriker aus Passau, hat mit seinem neuen Werk "Flussliebe" (Stutz-Verlag) bereits seinen sechsten Gedichtband herausgebracht.

Mit seinen kurzen Gedichten beschreibt der 56-Jährige bodenständig die Natur mit einfachsten Worten und bleibt als Diplomtheologe der Schöpfung verhaftet. So ist der Fluss aus dem Titelgedicht "Flussliebe" auch Abbild eines religiösen Verhältnisses. "Aus meinem Studium der Philosophie und Theologie bin ich gestärkt herausgegangen und schöpfe daraus Kraft", so Hirschl über seine Schreibkunst. Stark geprägt hat ihn auch der Österreicher Georg Trakl. Dennoch hat Hirschl nach einem langen Prozess seine eigene Sprache gefunden und klingt längst nicht so schwermütig und düster wie sein Vorbild.

Tiefsinnig sind seine Gedichte aber doch. So sind aus einigen Wintergedichten auch die Folgen der globalen Erwärmung herauszulesen: "Untröstlich/der junge Herr Winter/Von seiner Schneebraut/keine Spur." Hinweisen will er aber nicht auf die Folgen der Ausbeutung der Natur, sondern auf die Achtung der Schöpfung.
Auch mit Humor kann Hirschl seine Eingebungen versehen. In dem Sechszeiler "Straßenlaternen" schreibt er über den Heimweg nach einer scheinbar durchzechten Nacht: "Schwankend sein Gang/Er umarmt Halt suchend/ihre schlanken Körper/Gröhlt ein Ständchen/Kommentarlos/leuchten sie ihm heim."

Im Unterschied zu seinen vorherigen Werken haben in seinem neuen Gedichtband zum ersten Mal technische Gegenstände Einzug gefunden. So wird in "Der runde Mond" der Trabant nur knapp von einem Flugobjekt verfehlt: "Er wurde/mit einer Zielscheibe/verwechselt/Nur knapp/verfehlte ihn/der hellen/Spur zufolge/das Flugobjekt."

Natur und Mensch

Friedrich Hirschl versteht es, Dinge und die Natur zu personifizieren und sie in Beziehung zum Menschen zu setzen. Er nutzt die Natur als Projektionsfläche und versucht zu vermitteln, dass die Natur durch den Menschen eben doch sehr belastet ist und stellt die Frage, ob sie sich nicht umdrehen und zurückschlagen wird.

Als Hommage an die Drei-Flüsse-Stadt Passau ist "Flussliebe" allerdings nicht zu sehen. "Der Gedichtband ist ganz bewusst neutral gehalten, er ist auch in Hamburg zu lesen, da ich nichts Passau-spezifisches benannt habe", so Hirschl.

Die erste Auflage des Gedichtbandes war übrigens bereits im Dezember vergriffen. Seit Januar ist bereits die zweite Auflage im Handel erhältlich.

Fiedrich Hirschl: "Flussliebe", Stutz-Verlag, 116 Seiten, 14,80 Euro ___

Weitere Informationen im Internet:

http://www.friedrich-hirschl.de
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