Familie Stegert erfüllt sich mit der Sanierung der alten Geyer-Villa einen Lebenstraum
Aus Dornröschenschlaf gerissen

Die sanierte Villa an der Thölauer Straße in Marktredwitz, ein Blickfang mitten in einer Parkanlage. Bild: iv
Kultur BY
Bayern
24.04.2013
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Die ehemalige Geyer-Villa erstrahlt im neuen Glanz. Reinhard und Krystina Stegert, ein handwerklich geschicktes Paar, haben in der Rekordzeit von nur einem Jahr das verfallene Grundstück und die Villa von Grund auf renoviert und sich damit einen Lebenstraum erfüllt.

"Wir lieben alte Häuser", betont das Ehepaar. Und deshalb fasste es den Entschluss, dieses Haus zu kaufen. "Obwohl wir wussten, was auf uns zukommt." Das rund 13.000 Quadratmeter große Grundstück samt der im Jahre 1904 von der Familie Geyer erbauten Villa war zuletzt im Besitz der Stadt Marktredwitz. Zuvor hatte es der Familie Geyer als Wohnhaus und den Firmen Rosenthal und Kerafina als Bürogebäude gedient. Im November 2010 erwarb die Familie Stegert das Grundstück und machte sich nach der notariellen Beurkundung und den Absprachen mit dem Denkmalschutz sofort an die Sanierungsarbeiten.

Grundstück und Villa waren in einem jammervollen Zustand. Denn das Haus stand nahezu zehn Jahre leer. "Der Zahn der Zeit hatte kräftig an der Substanz genagt", so Reinhard Stegert. Zunächst wurde das Dach neu gedeckt, um das Eindringen von Wasser zu verhindern. "Von oben nach unten arbeiteten wir uns durch die vier Etagen." Auf jedem Stockwerk befand sich eine Wohnung mit kleinen Zimmern.

Neue Konzeption

Es wurden Wände abgerissen, neue aufgebaut, Zimmer vergrößert, neue Fenster eingebaut, Schimmelpilze und Hausschwämme entfernt, neue Holzbalken eingezogen, neue Zimmerdecken angebracht und Fußböden verlegt. Wochen-, ja Monate lang wurden Holzverkleidungen, Fußböden und Treppen, Fenster- und Türrahmen abgebeizt und geschliffen sowie teilweise mit neuen Farben überzogen. Überhaupt: Das gesamte Haus erhielt eine neue Innenkonzeption. Dabei wurde nichts überstürzt in Angriff genommen, sondern, wie Stegerts Frau Krystina verrät, planmäßig vorgegangen. Das gesamte Gebäude wird mit einer Gas- sowie Fußboden- und Wandheizung auf Temperatur gehalten. Zwei Kachelöfen sorgen für wohlige Wärme. Deshalb wurden die Innenwände teilweise mit Kalzium-Silitrat-Platten isoliert.

"Eine Wahnsinnsarbeit fand ein Ende"

All die Arbeiten wurden in der Freizeit erledigt, denn sowohl Ehefrau Krystina als Zahnärztin als auch Reinhard als Zahntechniker gingen in dieser Zeit ihrer normalen Arbeit nach. "Da wurde es schon manchmal drei oder vier Uhr in der Frühe, wenn kniffliche Arbeiten anstanden." Am 21. November 2011, also ein Jahr nach dem Kauf, wurde das bis auf Teile der Außenfassade sanierte Haus bezogen. "Es war so ziemlich alles fertig, eine Wahnsinnsarbeit fand ein Ende." Rund 20 Firmen haben bei den Arbeiten geholfen. Ihnen allen stellt der Bauherr ein gutes Zeugnis aus. Sowohl für die Beratung als auch die Ausführung.

Dem Stil des Hauses angepasst sind alle Zimmer möbliert und man kann dem Ehepaar Stegert Glauben schenken, wenn es gemeinsam behauptet, sich hier eine Oase geschaffen zu haben, in der man sich auf Lebenszeit wohlfühlen könne. Mittlerweile ist auch das 13.000 Quadratmeter und mit alten und jungen Bäumen bewachsene Grundstück in einem ansehnlichen Zustand. Es wurde von Gebüsch, Ästen und Abfall befreit, vollständig umzäunt und mit einem Wegenetz versehen. Am Ostende des Grundstücks hat Stegert einen Weiher ausgeschoben, dessen Mitte ein Rondell ziert, auf dem künftig ein Grillplatz sowie ein Teehäuschen entstehen sollen. Das anfallende Erdreich hat der Hausherr für einen Erdwall verwendet, der das Grundstück nach Osten hin abgrenzt.

Eigenen Radlader gekauft

Um all die Arbeiten umzusetzen, hat sich Stegert einen Radlader sowie einen Traktor angeschafft, Maschinen, die ihm die Arbeit erleichterten. Mit Liebe zum Detail, harter Arbeit, Ausdauer und natürlich auch mit finanziellem Engagement hat die Familie Stegert ein dem Verfall preisgegebenes Gelände und Gebäude aus dem Dornröschenschlaf gerissen und sich damit einen Lebenstraum erfüllt. Übrigens: Am Sonntag bringt der Bayerische Rundfunk in seiner Sendung "Unter unserem Himmel" um 19 Uhr eine Dokumentation zum Thema "Villengeschichten - Leben mit dem Denkmal", in der auch das Landhaus der Familie Stegert vorgestellt wird.
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