30.06.2017 - 20:00 Uhr
Deutschland & Welt

Hannes Ringlstetter kommt in die Oberpfalz "Touren kann ich am besten"

Hannes Ringlstetter ist Musiker, Kabarettist, Schauspieler, TV-Moderator und Buchautor. Wenn er nicht in München bei seiner Familie ist, schreibt er in seinem Haus im Labertal an neuen Songs und Programmen. Oder er tourt mit seiner Band "Ringlstetter" von Paris über New York nach Alteiselfing.

Im Vorprogramm von Hannes Ringlstetter spielt unter anderem die Heimatsoundband "Pam Pam Ida". Bild: Band
von Externer BeitragProfil

München. Ab 6. Juli ist Hannes Ringlstetter mit seiner Tour "Paris, New York, Alteiselfing" (kurz: PNYA) unterwegs. Auch in die Oberpfalz kommt der Münchner.

Herr Ringlstetter, Paris, New York oder Alteiselfing?

Hannes Ringlstetter: New York! Ganz einfach, weil New York für mich die inspirierendste Stadt ist, in der ich jemals war. Ich möchte dort zwar nicht leben, dafür ist zu viel los. Aber ich denke, dass New York für jeden Kreativen die meisten Möglichkeiten bietet: Jazzbars und Clubs, Wahnsinns-Musiker, die für 150 Dollar die Nacht auftreten - was es dort gibt, findet man nirgendwo anders auf der Welt.

Warum dieser Titel für Ihr Buch, das Album und nun die Tour?

Die Idee zu dem Titel ist schon ewig alt. Um genau zu sein, entstand sie 2001. Damals hieß die Band ja noch "Schinderhannes" und wir tourten so durch die Gegend. An einem Tag spielten wir in Paris, daraufhin hätte New York folgen sollen. Allerdings wurde der Auftritt aufgrund des Attentats vom 11. September abgesagt. Der direkt darauffolgende Termin war in Alteiselfing im Landkreis Wasserburg. Und damit war der Titel geboren. Er verschwand allerdings erst einmal in der Schublade.

Auch "Schinderhannes" wurde kurz darauf aufgelöst.

Richtig. Das war keine leichte Zeit. Wir haben gemerkt, dass es, so wie es war, nicht weiterging. Ich glaube, wir brauchten eine Kreativpause. In der Zeit habe ich meine Soloprogramme entwickelt und bin allein getourt. Das Musikmachen und die Band haben mich allerdings nie losgelassen. Deshalb die Gründung der "Ringlstetter"-Band vor drei Jahren. Ein Risiko, das sich ausgezahlt hat.

Und die "PNYA"-Idee wurde wieder konkret.

Genau. Als ich dann gefragt wurde, ob ich ein Buch schreiben könne, dachte ich mir, dass sei die perfekte Möglichkeit, um zu erzählen, wie das damals alles so war. Wie es dazu kam, dass es heute ist, wie es ist. Und dazu sollte eine CD her. Eine CD, die eine musikalische Reise ist. Jeder Song ist geografisch verankert. Es gibt zum Beispiel Lieder über La Gomera und New York, oder das "Niederbayern"-Lied. Das Album ist also die Dokumentation meiner Reiserei. Mir ist nämlich aufgefallen, dass ich seit 25 Jahren in der Gegend herumfahre. Ich bin ja permanent irgendwo.

Und wo am liebsten?

Keine leichte Frage. Ich bin gerne in München bei meiner Familie. Allerdings halte ich es in der Stadt nicht lang aus. Drei Tage, und ich werde ganz unruhig. Dann muss ich raus aufs Land. Dort ist mein Lieblingsort, mein Haus im Labertal. Da ist wirklich nichts. Rechts fließt die Laber, links ist der Wald und das war's.

Was bedeutet Heimat für Sie?

Niederbayern ist Heimat für mich. Weil ich diese Düfte, die Gerüche, die Landschaft in mir habe. Weil ich einfach so bin. Ein Niederbayer halt. Mittlerweile würde ich aber auch sagen, dass Heimat da ist, wo meine Crew ist. Die Leute, die dieses Zigeuner-Leben mit mir leben. Ich bin ja mehr mit den Jungs zusammen als mit meiner Frau. Das ist nun einmal so. Touren kann ich am besten.

Wo treten Sie am liebsten auf?

Natürlich in Bayern. Wenn wir die ersten Töne von "Niederbayern" spielen und man so richtig merkt, dass alle genau darauf warten - das ist großartig. Wenn dann noch alle mitsingen - einmalig!

Wie viel Niederbayer steckt in Ihnen?

Viel (lacht). Ich gehe immer davon aus, dass man alles selber schaffen muss. Und ich bin sehr misstrauisch. So, wie viele Niederbayern. Das hat ganz einfach damit zu tun, dass wir um die eigene Hinterfotzigkeit wissen. Ich kann auch prima hinterfotzig sein. Aber ich bin es halt nicht. Ganz einfach, weil ich anders erzogen bin, weil ich nicht so sein will. Trotzdem weiß man ja nie, ob es die anderen nicht sind. Außerdem sind wir Niederbayern schwer beeindruckbar. Mit Geld und Erfolg zumindest nicht. Mich interessiert nicht, wie viele Häuser und Motorräder jemand auf Ibiza hat. Da werde ich sofort wieder misstrauisch.

Wie gehen Sie mit negativer Kritik um?

Sie verletzt mich natürlich. Ich führe einen Liebesberuf aus. Es geht nur darum: Gefällt es den Leuten, oder nicht? Da geht man einfach immer ein Risiko ein. Aber was ist die Alternative? Einzupacken, und diesen Beruf nicht ausüben? Ganz sicher nicht.

Wie beschreiben Sie Ihren Stil?

Ich hätte gerne, dass man versteht, dass es eine Mischung ist. Eine Mischung aus Humor und sehr direkter Sprache und einer zweiten, größeren Ebene. Ich wünsche mir, dass die Leute auch diese zweite Ebene entdecken. Dann bin ich zufrieden. Außerdem habe ich einfach noch eine kindliche Albernheit in mir. Blödeln ist für mich viel ergiebiger als gscheide Sachen sagen.

Das "PNYA"-Tourprogramm ist beides: Musik und blödeln.

Richtig. Es soll auch beides sein. Schließlich kennen mich eben viele, als den Hannes, der auf der Bühne seine Show macht. Ich möchte also, dass die Zuschauer beides haben: lustige Geschichten und die passende Musik dazu.

Ihre Lieder sind beides: Rockig und bayerisch. Warum funktioniert das momentan so gut?

Wahrscheinlich, weil die Welt gerade immer unübersichtlicher wird. Und deshalb gibt es diesen Wunsch nach Verortung. Und Sprache ist das Einzige, das einen noch verortet. Ich glaube, es ist ein Zeitgeistphänomen. Momentan sehnen sich die Menschen nach ein wenig Heimat.

Termine

Sonntag, 9. Juli (20 Uhr): Fuchsmühl , Gwäxhaus (Support: Pam Pam Ida)

Montag, 10. Juli (20 Uhr): Bayreuth , Das Zentrum (Support: Pam Pam Ida)

Donnerstag, 13. Juli (19.30 Uhr): Regensburg , Piazza im Gewerbepark (Support: Max von Milland)

Sonntag, 23. Juli (20 Uhr): Weiden , Max-Reger-Halle (Support: Karin Rabhansl)

Donnerstag, 3. August (20 Uhr): Amberg , ACC (Support: Jo Strauss)

Mittwoch, 9. August (20 Uhr): Neunburg vorm Wald , Schwarzachtalhalle (Support: Der Machatschek)

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Karten beim NT/AZ/SRZ-Ticketservice unter Telefon: 0961/85-550, 09621/306-230 oder 09661/8729-0 und www.nt-ticket.de

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