28.06.2016 - 02:10 Uhr
Deutschland & Welt

Henriette Grahnert stellt Malerei zum Nachdenken aus Leben hinterfragen

Von Günter Kusch

von Günter KuschProfil

Nürnberg. Henriette Grahnert formt Farben zu Wülsten, spachtelt und kleckst, zündelt an Gemälden herum und kreiert doppeldeutige Bildtitel. Das Bild, das ihrer Ausstellung in der Kunsthalle in Nürnberg den Titel gibt, heißt zum Beispiel "Manchmal erscheinst du mir sehr abstrakt". Die Pinselstriche darauf wirken wie Klebestreifen. Dazwischen wuseln Kritzeleien über das Papier. Ein angedeutetes Auge und ein halber Schnurrbart lassen das Ganze wie ein Gesicht wirken.

Zum Lächeln animieren

Wer die Ausstellung der Dresdener Künstlerin betrachtet, verlässt die Halle mit vielen Anregungen zum Sinnieren und mit einem Schmunzeln im Gesicht. Gekonnt jongliert sie mit unterschiedlichen Malereitraditionen. Ihre Bilder zitieren klassische Abstraktion und konkrete Malerei, minimalistische Traditionen und Bad Painting, amerikanische Farbfeldmalerei und Pop-Art.

Freude an Anspielungen hat sie auch auf sprachlicher Ebene. Handgeschriebene Kommentare oder humorvolle Überschriften hinterfragen ironisch den mitunter so ernst wirkenden Kunstbetrieb. Humor und Handwerk, Komposition und Kabarett, Poesie und Ironie: "Wer mag schon Streber?", ruft da eine Leinwand mit einem großen grünen Punkt. Passend zu dem bunten Netz aus Linien schreibt sie dazu: "Ja schön, aber das beantwortet nicht die Frage".

Inspirierende Arbeiten

Viele Werke sind in Farbe und Text verwandelte Biografiearbeit.Ob unerfüllte Teenagerliebe, alltägliche Peinlichkeiten oder Partygefühle: "Ich versuche, auf humoristische Weise so manch unangenehme Dinge zu verarbeiten und auf die Leinwand zu bringen", verdeutlicht Grahnert im Interview.

Ihre Ausstellung in der Kunsthalle Nürnberg mit über 100 Werken zeigt inspirierende Zeugnisse einer Suchenden, Findenden, Experimentierenden, und vor allem einer guten Beobachterin.

Öffnungszeiten

Ort: Kunsthalle Nürnberg, Lorenzer Straße 32

Dauer: Die Ausstellung gibt es bis Sonntag, 28. August, zu sehen.

Öffnungszeiten: Dienstag, Donnerstag bis Sonntag sowie an Feiertagen jeweils von 10 bis 18 Uhr und Mittwoch von 10 bis 20 Uhr.

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Weitere Informationen:

www.kunstkulturquartier.de

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