20.09.2017 - 20:00 Uhr
Deutschland & Welt

Hermann Freibott dirigiert Männerchor des Fränkischen Sängerbundes Präzise, stimmig und äußerst einfühlsam

Mehlmeisel. "Alle großen Komponisten - von Brahms bis Schumann - liebten das Volkslied", wusste Oberstudienrat Hermann Freibott. Er ist künstlerischer Leiter des Männerchors des Fränkischen Sängerbundes, Garant anspruchsvollen Musizierens und war in der Pfarrkirche St. Johannes zu Gast. Begrüßt wurden die Mitwirkenden von Kirchenpfleger Manfred Prechtl.

Oberstudienrat Hermann Freibott führte den Männerchor des Fränkischen Sängerbundes in der Pfarrkirche St. Johannes in Mehlmeisel zu Höchstleistungen. Bild: gis
von Gisela KuhbandnerProfil

So eröffneten die Sänger, die zuvor bereits den Gottesdienst musikalisch bereichert hatten, die festlich-beschauliche Stunde auch mit bekannten Silcher-Liedern wie "Am Brunnen vor dem Tore" oder "Dort unten in der Mühle", die sehr präzise, je nach Vorgabe, einfühlsam oder stimmgewaltig, mit viel Können zelebriert wurden. Ein totaler Hörgenuss - unter dem souveränen, versierten Dirigat von Hermann Freibott - war die "Alt-Rhapsodie", die die Sänger begleitet von Pianistin Gulnar Büttner intonierten. Johannes Brahms hatte das berühmte berührende Werk eigentlich für Altstimme, Männerchor und Orchester auf einen Text von Johann Wolfgang von Goethe, nämlich Strophen aus dem hymnischen Gedicht "Eine Harzreise im Winter", komponiert.

Dem Männerchor gelang eine kontrastreiche Interpretation mit starker Ausdruckskraft, die die Aussage der Fragmente widerspiegelte. Einfühlsam, präzise, stimmig und stimmungsvoll zelebrierten die Sänger - wieder mit Klavierbegleitung - "Trösterin Musik" - ein anspruchsvolles Chorwerk von Anton Bruckner, das viel Können, viel Liebe zum Detail voraussetzt. Zu einem beeindruckenden Glanzstück geriet auch Edvard Griegs "Landerkennung", ein gutes Zusammenspiel zwischen Chor und Begleitung: Die Kantate schildert musikalisch-dramatisch die Glaubenstiefe König Olavs und seine Ankunft in Norwegen, jenem Land, in dem er den Menschen die biblische Botschaft verkünden will.

Mit lockerer Erzählkunst führte Herrmann Freigott durch das Programm: Es gelang ihm glänzend, die Werke sehr anschaulich zu erläutern, einen tiefen Einblick in deren Entstehung zu geben und die Atempausen kurzweilig zu gestalten.

Das Publikum bedankte sich mit stehenden Ovationen und stimmte gerne in die Zugabe des Chors "Wiedersehen ist ein schönes Wort" mit ein. Und die Freude darauf kam wirklich von Herzen.

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