26.05.2004 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Luisenburg-Festspiele starten mit gelungener Premiere von "Ronja Räubertochter" nach Astrid ...: Jede Menge Abenteuer, Beute und viel Geld

von Thorsten Schreiber Kontakt Profil

So ein Räuberleben ist nicht einfach: kein geregeltes Einkommen und in die eigene Burg zieht die Konkurrenz ein. Wenn dann auch noch der Nachwuchs nicht in die Fußstapfen des Vaters treten will, ist das Unglück perfekt. "Aber die Kinder machen eben heutzutage, was sie wollen", seufzt Räuberhauptmann Mattis, dargestellt von Frank Wünsche.

Zum Auftakt der diesjährigen Festspiel-Saison am Dienstagvormittag funktionierte Regisseurin Eva-Maria Thöny die Luisenburg in die Mattisburg um. Die gebürtige Innsbruckerin inszenierte das Stück "Ronja Räubertochter" nach dem gleichnamigen Kinderbuch von Astrid Lindgren.

Die Naturbühne scheint für eine Räuberburg wie geschaffen. Den Rest erledigen ein passendes Bühnenbild und Pyrotechnik. Denn mit mächtigem Getöse, Donner und Rauch kracht die Festung zu Beginn auseinander, als Ronja (Christine Stallbaumer) geboren wird, die Tochter von Mattis und Lovis (Ila Stuckenberg). Im Publikum sind überwiegend Kinder, denen das natürlich außerordentlich gefällt.

Aber sie fiebern auch während der gesamten 90 Minuten mit. Die Handlung ist spannend genug: Als Elfjährige darf Ronja endlich hinaus in die große weite (Bühnen-)Welt. Im wildromantischen Mattiswald erlebt sie allerhand Abenteuer. Sie muss sich hüten vor Wilddruden, Graugnomen, Trollen und Rumpelwichten. Aber das tapfere Mädchen besiegt ihre anfängliche Angst, und lernt den gleichaltrigen Birk (Michael Wiesner) kennen.

Pech nur, dass er der Sohn von Borka (Jürgen Fischer) ist, Mattis Konkurrenten, der sich mit seiner Bande nach einem Blitzeinschlag in der anderen Hälfte der Burg einquartiert hat. Mattis kocht über vor Wut, als er erfährt, dass seine Tochter sich mit Birk angefreundet hat. Diesen Wutausbruch stellt Wünsche besonders toll dar, als Zuschauer spürt man Ronjas Furcht vor ihrem Vater am eigenen Leib.

Der gekränkte Räuberhauptmann verstößt schließlich sein Kind und Ronja macht sich mit ihrem neuen Freund auf in eine Berghöhle. Doch der erste "Ehe"streit der beiden lässt nicht lange auf sich warten, als das Mädchen ein Messer verliert. "Mit Dir soll ich zusammenleben?", fragt Birk um sich kurz danach wieder mit seiner Liebsten zu versöhnen.

Auch ihr Vater hält es nicht lange ohne die geliebte Tochter aus. Noch bevor der Winter kommt, bittet er sie um Verzeihung und holt beide Kinder zurück in die Mattisburg. Nach einem spektakulären Ringkampf der beiden Räuberhauptmänner, den Mattis für sich entscheidet, steht auch einer Versöhnung der Banden nichts mehr im Wege. Denn um gegen die Landsknechte zu bestehen, müssen die Räuber zusammen- statt gegeneinander arbeiten.

Eva-Maria Thöny, die auch als Journalistin und Kinderbuchautorin tätig ist, führt mit leichter Hand Regie. Beeindruckend ist vor allem die Choreographie der zahlreichen Tanz- und Musikeinlagen. Das Ensemble setzte die Vorgaben nahezu perfekt um, von Lampenfieber vor der Premiere war wenig zu spüren.

Beeindruckend auch die schönen Kostüme und fantasievollen Masken von Heide Schiffer-El Fouly. Zusammen mit den hervorragenden Leistungen der Schauspieler, allen voran die quirlige Innsbruckerin Christine Stallbaumer als Ronja, dem großen Frank Wünsche als Mattis, seiner resoluten "Frau Lovis" Ila Stuckenberg und dem listigen Birk alias Michael Wiesner, sahen die Zuschauer eine gelungene Premiere. Das Publikum war zurecht begeistert, spendete jede Menge Applaus und rief nach "Zugabe".

Weitere Informationen:

www.luisenburg-aktuell.de

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