17.04.2018 - 11:52 Uhr
Deutschland & Welt

Markus Söder würdigt Projekte, Kabarettisten und Heimatkenner: "BBou" erhält Dialektpreis

Sie haben eines gemeinsam: die Mundart. Weil sie diese besonders pflegen wurden zehn Gruppen, Heimat- und Sprachkenner sowie Kabarettisten aus Bayerns Regionen mit dem Bayerischen Dialektpreis ausgezeichnet. Auch ein Oberpfälzer wurde gewürdigt.
 

Der "BBou" alias Michael Honig, Oberpfälzer Rapper, freut sich über die Auszeichnung des Bayerischen Dialektpreises 2018. Die Preisträger leisten besondere Verdienste in der Dialektpflege. Bild: Lino Mirgeler/dpa
von Lena Schulze Kontakt Profil

München. (dpa/epd/szl) "Unsere Sprache und unsere Dialekte sind identitätsstiftend und Fundament und Ausdruck unserer Werte und Traditionen", stellt Söder bei der Verleihung des Dialektpreises Bayern am Montagabend im in der Münchner Allerheiligenhofkirche fest. "Bayerns Dialekte sind Sinnbild für Verbundenheit, vermitteln Heimatgefühl und sind verbales Aushängeschild der bayerischen Regionen." Die Preisträger tragen dem Konzept zufolge dazu bei, die regionale Vielfalt der heimischen Dialekte zu pflegen und zu bewahren.

Authentischer "BBou"

Insgesamt zehn Personen und Projekte erhielten die Auszeichnung für herausragende Verdienste um den Bereich Dialektpflege und Dialektologie aus den Händen des Ministerpräsidenten, Kunstministerin Marion Kiechle und Heimatminister Albert Füracker. Unter den Preisträgern ist auch der Oberpfälzer Künstler "BBou" alias Michael Honig aus Wolfsbach (Landkreis Amberg-Sulzbach). Der "Boarische Bou" verkörpert das Image eines "harten" Bayern-Rappers. Der 31-Jährige ist tief in der bayerischen Kultur verwurzelt, die er in einem ganz besonderen Dialekt durch seine authentischen Texte insbesondere jungen Menschen näherbringt.

Für jeden Regierungsbezirk gibt es eine eigene Auszeichnung, in Schwaben werden für die Regionen Allgäu und Nord-/Mittelschwaben separate Preise vergeben. Für ihre individuellen Leistungen für die Mundartpflege werden zudem zwei Sonderpreise durch Ministerpräsident Söder sowie die beiden Staatsminister verliehen.

Die Kabarettistin Monika Gruber (46) erhält den dieses Jahr neu geschaffenen Sonderpreis des Ministerpräsidenten. Sie zähle inzwischen nicht nur in Bayern zur Kabarett-Elite, heißt es bei der Verleihung. Auch im mittel- und norddeutschen Raum und vor allem in Österreich hören Fans Grubers "gschroameiertn" Humor gerne. Ihre Programme sind gewürzt mit oft hintersinnigen, manchmal derben Passagen, und alles vorgetragen in breiter Erdinger Mundart.

Einen weiteren Sonderpreis der Minister für Heimat und Kunst nahm die Musikkabarettgruppe "Couplet-ArterhaltungsGesellschaft", kurz Couplet-AG, entgegen. Die Gruppe um Jürgen Kirner aus Hemau (Kreis Regensburg) verschrieb sich vor allem dem Erhalt der fast ausgestorbenen Tradition des bayerischen Couplets als politisch-satirische Liedform. Es war schon immer die bayerische Art, eitle Unarten und Selbstdarsteller zu enttarnen und zu derblecken.

Mundart als Lebensgefühl

"In Zeiten der Globalisierung bekommen Heimat und auch der Dialekt einen ganz anderen Stellenwert", sagt Markus Söder (CSU) bei der Verleihung. Auch Kunstministerin Kiechle betonte: "Mundart ist gelebte Heimatverbundenheit und bereichert die Kulturlandschaft in unserem Freistaat. " Sie sieht die Preisträger als Botschafter, die den Dialekt in seinen regionalen Ausprägungen pflegen und zum positiven Image der Heimatsprache beitragen.

Ähnlich sieht es Heimatminister Albert Füracker: "Unsere Preisträger zeigen eindrücklich, dass Mundart und ihre Pflege nach wie vor einen hohen Stellenwert in der Gesellschaft im Freistaat genießen. Durch diese Tradition entsteht das einzigartige bayerische Lebensgefühl."

Weitere Preisträger 2018 sind der Mundartautor Alois Sailer (Nord- und Mittelschwaben), der Leiter des Bauernhofmuseums Kleinlosnitz im Fichtelgebirge, Bertram Popp (Oberfranken), Autorin Cäcilia "Cilli" Pigor (Unterfranken), der Laienspielkreis LSK Theater Mainburg e.V. (Niederbayern), der Experte für fränkischen Mundart und jüdische Dialekte, Professor Alfred Klepsch (Mittelfranken), Doctor Döblingers geschmackvolles Kasperltheater (Oberbayern), der bayerische Rapper BBou (Oberpfalz) sowie das "A'(lb)Traumpaar" Sigrid Kraus und Walter Sirch (Allgäu).

Im vergangenen Jahr sind unter anderem der Liedermacher Willy Michl sowie Volker Heißmann und Martin Rassau alias Waltraud & Mariechen geehrt worden.

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