Patricia Kaas begeistert mit Piaf-Programm in der Meistersingerhalle Nürnberg
Hommage an den "Spatz von Paris"

Kultur BY
Bayern
16.04.2013
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Sie selbst ist bereits seit fünf Jahrzehnten tot, ihre Chansons sind aber unsterblich: Edith Piaf, der "Spatz von Paris", ist vor genau 50 Jahren gestorben, allemal ein Anlass, um ihr eine entsprechende Hommage zu bereiten.

Patricia Kaas, mit weit über 15 Millionen verkauften Tonträgern eine der bekanntesten und erfolgreichsten französischen Sängerinnen der Gegenwart, hat sich dies mit ihrem aktuellen Tour-Programm "Kaas chante Piaf" und dem gleichnamigen Album zur Aufgabe gemacht. Am Sonntagabend gastierte die 46-jährige Chanteuse in der ausverkauften Meistersingerhalle Nürnberg.

Piaf bleibt Piaf - und kann auch nicht einfach so nachgeahmt oder nachgesungen werden. Das wusste natürlich auch Kaas: Sie gab den gut 20 Piaf-Chansons des Abends ihre eigene, ebenfalls unnachahmliche, Note. Wie schon die "Kabaret"-Tour aus dem Jahr 2009 war es erneut eine perfekt durchgestylte Kaas-Show, in der naturgemäß kaum Platz für Improvisation bleibt. Der Faszination der Besucher tat dies aber keinen Abbruch, so viel Applaus und Standing Ovations können nicht lügen. "Milord", "Padam, padam", "La foule", "Mon dieu", "La vie en rose" - es fehlte kein Lied, mit dem die Piaf weltberühmt geworden ist. Kaas hatte einen Tänzer sowie drei Instrumentalisten mit auf der Bühne (die teils bombastische Orchestermusik wurde eingespielt), das Augenmerk der Besucher war aber natürlich in erster Linie auf die attraktive Sängerin gerichtet. In perfektem Deutsch erzählte sie vom Leben der Piaf und den Chansons, legte ihre Ausstrahlungskraft in jedes einzelne Lied. Sie tanzte das Leben, die Liebe und das Leid.
Unterstützt wurde das Geschehen auf der Bühne mit einer Video-Installation, die zum einen Ausschnitte aus dem Leben der Chanson-Legende Piaf präsentierte, in der aber zum anderen beispielsweise auch der gealterte Alain Delon eine nicht unwesentliche Rolle spielte.

An manchen Stellen des Abends mag es für den ein oder anderen Besucher vielleicht etwas zu pathetisch geworden zu sein: Doch eine würdige und authentische Piaf-Hommage ohne Pathos und etwas Kitsch? Nein, das geht nicht. "Je ne regrette rien" zum krönenden Abschluss - bereut hat diesen Konzertabend mit Patricia Kaas wohl kaum jemand. Und die Piaf kann dort, wo sie jetzt ist, ganz unbesorgt sein: Sie hat eine würdige Erbin gefunden.
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