27.03.2017 - 20:10 Uhr
Deutschland & Welt

Rother Bluestage eröffnet Üppiger Blues-Schmaus bester Qualität

Roth. Der Name ist Programm. "Tedeschi Trucks Band" heißt die Formation, und die Namensgeber sind auch die unumstrittenen Hauptakteure: Susan Tedeschi, stimmgewaltige Blues-Röhre und Gitarristin, prägt die Songs, Ausnahme-Musiker Derek Trucks an der Slidegitarre drückt ihnen den Stempel auf. Den Rest erledigen zwei Drummer, ein dreiköpfiger Background-Chor, ein Bläser-Trio, Bassist und Keyboarder.

Ein genialer Slide-Gitarrist, angefeuert von seiner Frau: Ausnahme-Musiker Derek Trucks und Blues-Röhre Susan Tedeschi boten ein furioses Konzert mit ihrem Südstaaten-Orchester. Bild: Gebhardt
von Joachim Gebhardt Kontakt Profil

Lange bei Allman-Brothers

Der 37-jährige Trucks ist seit seiner Jugend Profi-Gitarrist, spielt schon mit 20 Jahren fest bei den legendären Allman-Brothers mit seinem Onkel Butch Trucks, bleibt der Band bis 2014 treu, baut sich aber nebenbei eine eigene Gruppe auf. Auch Eric Clapton holt ihn in seine Band. Seine spätere Frau Susan Tedeschi bringt ebenfalls ihre Musiker mit, und 2010 formiert sich die jetzt zwölfköpfige "Tedeschi Trucks Band", die seitdem mit riesigem Erfolg tourt. Sogar im Weißen Haus traten sie schon auf, mit Mick Jagger und B.B. King.

Brillante Alben, viele Preise und Auszeichnungen sowie der Ruf als bester Live-Act sorgen auch in Roth dafür, dass die Mehrzweckhalle mit weit über tausend Besuchern einen würdigen Rahmen bietet für den Start der 25. Rother Bluestage. Die Band erweist sich als Glücksgriff und bietet viel - ein konzertantes Erlebnis bester Musikqualität.

In epischer Breite

Southern-Rock, Memphis-Soul, Rhythm & Blues, aber auch Jazz, Country und Funk - die Band kann alles. Faszinierende Musik in epischer Breite bietet Raum für Gitarren-Improvisationen, eine gute Viertelstunde "Bound for glory" etwa, sogar ein Free-Jazz-Teil schleicht sich ein. Songs aus vier Alben begeistern die Fans, aber auch phantastische Cover-Versionen bringen das musikalische Können der Zwölf unmissverständlich zum Ausdruck: "I wanna take you higher" von Sly Stone etwa und als Zugabe "Had to cry today" von Eric Clapton und Steve Winwood - ein echter, seltener Genuss.

Derek Trucks spielt immer noch auf seiner legendären roten Gibson SG, die er schon als Jugendlicher besaß. Er ist einer der weltbesten Slide-Gitarristen und vereint indische und klassische Blueseinflüsse auf unnachahmliche Weise. Aber auch seine Frau Susan beherrscht ihre Fender-Gitarren perfekt, wie sie bei einigen umjubelten Soli zur Schau stellt.

Überhaupt ist die ganze Truppe bestens aufgelegt: Background-Sänger Mike Mattison glänzt am Frontmikrofon, die Bläser grooven permanent und die beiden Drummer - in Verbindung mit einem perfekten Bass - setzen dem individuellen Sound das Sahnehäubchen auf. Ein herrlicher Konzertabend mit der US-Band auf ihrer Europa-Tournee, der gebührende Auftakt der Bluestage.

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