11.09.2012 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Schräge Musiker aus Nürnberg und Erlangen: Die Rock-'n'-Roll-Ritter von "Feuerschwanz" sorgen ... Massiver Met-Notstand im Mittelalter-Märchenland

Peter Henrici (Dritter von rechts) und seine Band "Feuerschwanz". Bild: hfz
von Redaktion OnetzProfil

Ihre ganze Schönheit zeigen sie in weichem, leicht torfigem Wasser. Im Erwachsenenalter geben sie sich sehr zänkisch. Vor allem, wenn sie in kleinen Gruppen gehalten werden. Sie werden dann schnell zum Problem, weil sie ihre Artgenossen, aber auch andere Fische gewaltig unter Druck setzen.

Was für die karpfenähnliche Spezies namens Feuerschwanz-Fransenlipper gilt, kann durchaus auf das menschliche Pendant übertragen werden: Auch die Band "Feuerschwanz" liebt das Kämpferische und spuckt mitunter herbe Töne. Mit ihrem neuen Album "Walhalligalli" tourt "des Hauptmanns geiler Haufen" derzeit durch die Lande, um das Publikum bei Burgfesten, Ritterspielen und in Konzerthallen so richtig aufzumischen.

Wie bei den Fischen halten es auch die sechs Musiker aus Nürnberg und Erlangen: Statt einsam im Stillen zu feiern, wollen sie mit ihrer Partylaune möglichst viele anstecken.

Die ersten Ideen zu dem Projekt "Feuerschwanz" hatte Peter Henrici alias "Hauptmann Feuerschwanz" bereits im Jahr 2000. Damals erlebte er den Boom der Mittelalterszene bei seiner alten Band, den "Merlons", hautnah mit. Als dann Tobias Heindl, der Geiger der Speedfolk-Band "Fiddlers Green", das erste Material hörte, war er sofort begeistert.

"Knorkator" lassen grüßen

Gemeinsam gründeten die beiden die Band "Feuerschwanz", die am 15. Mai 2004 im Erlanger "Omega" ihr Debüt gab und 2005 die erste CD "Prima Nocte" veröffentlichte. Vergleiche mit "Knorkator" oder "J.B.O.", aber auch mit den "Ärzten" oder den "Toten Hosen" dürfen durchaus gezogen werden, sind aber nicht ausreichend. Ihr fünftes Album "Walhalligalli" frönt nicht nur der Leidenschaft für Minne, Met und Miezen, sondern ist rockiger und experimentierfreudiger als je zuvor. Auch ihre Texte, denen es früher manchmal an geistiger Tiefe fehlte, sind inzwischen lesenswert. Unter so manchen Flachsinn wie "Der Hengst" mischen sich nachdenkliche Verse wie bei "Bandit", wo es um die Sucht des Spiels geht, der paradiesische Aufruf "Mach dich frei" und märchenhafte Weisen wie "Met-Notstand im Märchenland".

Fass aufgemacht

Im Mittelpunkt steht eben die Musik, und die kann sich hören lassen. Mit rhythmischem Drive, einer energiegeladenen Performance, unerschöpflicher Spiellaune und Kreativität wird hier ein schäumendes Fass aufgemacht, das nie zur Neige gehen will.

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"Feuerschwanz" spielen am 13. Dezember im Nürnberger "Hirsch". Ihre fünfte CD "Walhalligalli" ist bei Fame Records erschienen.

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Weitere Informationen im Internet:

http://www.feuerschwanz.de

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