"Shoot! Shoot! Shoot!" in München
Die wilden 60er

Inzwischen sind sie Kult-Ikonen: die Kreativen und die Schönen der 60er und 70er Jahre. Hier Yves Saint Laurent. Bild: The Estate of Jeanloup Sieff
Kultur BY
Bayern
30.12.2016
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München. Die 60er und 70er Jahre werden wieder hipp. Mit der Ausstellung "Shoot! Shoot! Shoot!" lässt das Münchener Stadtmuseum nicht nur hinter die Kulissen der Promiszene blicken. Gleichzeitig ergibt sich durch die klare Konzeption ein Überblick wie sich Künstler, Stars und Politiker eine einzigartige Kulturszene kreierten, sich eigenständige Kunstrichtungen entwickelten, Imagepflege, Marketing und Kreativität Hand in Hand gingen.

200 Fotos aus der Schweizer Nicola-Erni-Collection vermitteln einen Eindruck dieser glamourösen und extensiven Partyzeit in New York, Rom und Paris, fotografiert von Diane Arbus, Richard Avedon, Garry Winogrand, Annie Leibovitz bis zu Robert Mapplethorpe. Die Hängung zeigt die Promis in ihren sozialen Verflechtungen und lässt neue Assoziationen zu. Die Konzeption nach sieben Kategorien zeigt einen Überblick über das Beziehungsgeflecht der kreativen Selbstdarsteller. Der Rundgang beginnt mit "Andy Warhols Factory", dem Zentrum der Exzentrischen. Unter "Partys" posieren prominente Freunde, vorrangig Frauen, immer wieder Liza Minnelli.

Bianca Jagger, Jacqueline Onassis im Bannkreis des "Studio 51": Es ist die Zeit der "Performance", in der Körper zum Kunstobjekt werden, feministische Künstlerinnen mit viel Haut und nacktem Busen provozieren. Garry Winogrands Straßenfotos chargieren unter dem Motto "Woman are beautiful" zwischen visueller Ausbeutung der Frau und sinnlicher Neugierde.

Die "Mode"-Fotografien, vorwiegend aus "Harper's Bazaar" und "Vogue", dokumentieren unter anderem mit Twiggy und Veruschka die beginnende Individualisierung der Modefotos mit mehr Authentizität statt klassischer Schönheit.

Ähnlich stellen die Fotografien der "Movie-Stars" weniger die Rollen als das spezielle Charisma in den Vordergrund, zeigen ganz neue Facetten von Jane Birkin, Brigitte Bardot und Liz Taylor. "Writer und Politics" wie Norman Mailer, Truman Capote, John F. Kennedy nutzen die Partys für die eigene Imagepflege.

Mehr privat als auf der Bühne präsentieren sich die Musiker, wenn Fotografen mitreisten. Harry Benson fotografierte die Beatles bei einer Kissenschlacht im Doppelzimmer. Inszeniert oder Schnappschuss? Die Frage lässt sich bei allen Fotos leicht beantworten.

Zu sehen ist "Shoot! Shoot! Shoot" noch bis 15. Januar im Münchener Stadtmuseum.
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