Abhängig vom Export

Beispiel Baumann: Der Amberger Maschinenbauer gehört laut Johann Schmalzl zu den Unternehmen, die durch ihre Innovationskraft zum Erfolg der Oberpfalz auf dem Weltmarkt beitragen. Bild: Huber
Lokales
Bayern
17.04.2013
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(Fortsetzung von Seite 8)

"Grundlage für diese Erfolge war die Internationalisierung", erklärt Schmalzl. Die Unternehmen bemühten sich mehr um Exporte, hätten aber auch beim Einkauf ihren Fokus erweitert und sich in Märkten weltweit umgesehen. Ebenso wichtig für die Erfolge seien außerdem die immer besser qualifizierten Mitarbeiter und die "hohe Innovationskraft" der Unternehmen, durch die Oberpfälzer regelmäßig einen Vorsprung vor der globalen Konkurrenz hätten.

Ein gutes Beispiel dafür ist laut Schmalzl der Amberger Maschinenbauer Baumann. Das Unternehmen habe Fertigungstechnik für Photovoltaikanlagen entwickelt - "so effizient und gut, dass selbst die chinesische Industrie bei ihnen eingekauft hat".

Von solchen Entwicklungen profitieren laut Schmalzl auch die Arbeitnehmer. "Der Aufschwung ist auch bei den Menschen in der Region angekommen." Die Arbeitslosigkeit sinke, es sei leichter, einen Ausbildungsplatz zu bekommen. Hinzu kämen deutliche Lohnsteigerungen in einigen Branchen. "Generell haben die Menschen bessere Perspektiven."
Gerade in der Industrie dürften sich diese Perspektiven auch in Zukunft nicht verschlechtern, sagt Schmalzl. Hier seien die Unternehmen "zufrieden, und mit Blick auf die nächsten Monate wächst der Optimismus". Ausnahmen seien hier nur die gebeutelte Solarbranche und der Automotive-Bereich.

Etwas anders sehe es in der Bauwirtschaft aus. "Gespalten" seien hier die Aussichten. Während die Menschen ständig neue Häuser bauen, habe der Tiefbau damit zu kämpfen, dass die öffentlichen Ausgaben im Zuge der Sparanstrengungen sinken.

Ebenso uneinheitlich ist Schmalzl zufolge das Bild beim Handel. Zwar stiegen die Umsätze insgesamt leicht an. Allerdings "hat der stationäre Handel davon nicht stark profitieren können". Das Wachstum käme stattdessen vor allem dem Online-Handel zugute. "Durchaus optimistisch" sind dagegen die Unternehmen im Dienstleistungssektor, weiß Schmalzl aus einer Umfrage. Überhaupt gebe es gerade hier noch großes Potenzial für die Region, wo bislang nur Weiden den Wandel zum Dienstleistungsstandort hinter sich gebracht habe. An anderen Orten, sagt Schmalzl, gebe es hier durchaus "noch Wachstumsperspektiven".
Auch der Ausblick fällt also für die Oberpfälzer Wirtschaft weitestgehend positiv aus. Wenngleich Schmalzl einräumt, dass es durchaus auch Unwägbarkeiten gibt. Auch er nennt in diesem Zusammenhang natürlich die demografische Entwicklung. "Da müssen wir dringend gegensteuern, sonst droht uns ab 2020 ein ganz massiver Fachkräftemangel."



Ein weiterer Stolperstein ist Schmalzl zufolge die Abhängigkeit vieler Unternehmen von der Automobilindustrie im Besonderen und von den Exporten allgemein. Allerdings: Eine weltweite Wirtschaftskrise "zeichnet sich nicht ab". Außerdem "haben die Unternehmen gelernt" aus der jüngsten Krise. Sie haben ihre internationalen Abhängigkeiten laut Schmalzl auf verschiedene Branchen, verschiedene Regionen und Abnehmer verteilt. Wie es aussieht, hält die gute Stimmung also noch eine ganze Weile an.
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