Beispiel Witt: Wie ein international tätiges Unternehmen Fachkräfte anwirbt
Farbenfrohe Argumente

Wenn Susan Risse, Leiterin Personalmarketing bei Witt, erklären soll, was das Unternehmen seinen Mitarbeitern bietet, führt sie in ein ungewöhnliches Büro: Im Eltern-Kind-Zimmer können die Erwachsenen arbeiten und gleichzeitig für ihre Kleinen da sein, wenn einmal die Betreuung für die Kinder ausfällt. Bild: Hartl
Lokales
Bayern
17.04.2013
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Schon der Eingang fällt aus der Reihe. Die Tür ist bunt gestaltet. Farbenfroh geht es auch dahinter weiter: ein Schaukelpferd, ein knallrotes Feuerwehrauto und Unmengen anderes Spielzeug, eine Küchenzeile und ein Bad, ein kleines Bett - und Schreibtische samt Computer. Das Ganze ist schließlich ein Büro.

Wenn zum Beispiel mal der Kindergarten geschlossen ist, können Eltern hier arbeiten und gleichzeitig für ihre Kleinen da sein. "Das kommt ganz gut an", erklärt Susan Risse. Die Diplom-Kauffrau ist Leiterin Personalmarketing bei Witt in Weiden. Ihre Aufgabe ist es, das Unternehmen als Arbeitgeber zu präsentieren und dafür zu sorgen, dass ausreichend viele Nachwuchskräfte bei der Witt-Gruppe anheuern. Das bunte Eltern-Kind-Büro als besonderes Angebot an die Arbeitnehmer ist eines der Argumente, die sie bei der Nachwuchswerbung in die Waagschale werfen kann.

"Es wird schwerer"

Solche Argumente braucht es immer mehr. Zwar gebe es keinen Engpass, aber "es wird zunehmend schwerer", passendes Personal zu finden, erklärt Risse. Die Demografie spielt dabei eine Rolle, aber auch der Umstand, dass "die Arbeitswelt immer komplexer wird", die Mitarbeiter immer spezialisierter sein müssen. Risse meint damit zum einen Azubis - das Unternehmen bildet immerhin in zehn verschiedenen Bereichen aus. Hier arbeite Witt viel mit Schulen vor Ort zusammen. Zum anderen geht es Risse aber auch um Akademiker.
Und gerade bei der Anwerbung dieser spiele auch die Geografie eine Rolle: Witt mag von Weiden aus in die weite Welt liefern, wegen der Expansion des Unternehmens braucht es jedoch auch zunehmend Personal, das sich mit E-Commerce oder der Kultur in den neuen Märkten wie etwa Schweden auskennt, die Sprache spricht. Solche Mitarbeiter muss die Witt-Gruppe vielleicht nicht von der ganzen Welt aus nach Weiden holen, aber doch zumindest auch von außerhalb der Oberpfalz.

Das versucht der Versand-Händler zum einen natürlich, indem er potenzielle Arbeitskräfte stark über soziale Medien, aber auch persönlich anspricht. Wie Letzteres geht, weiß Risse selbst am Besten. Sie stammt aus Brandenburg, lernte Witt bei einer Veranstaltung an ihrer Hochschule kennen. Es folgten ein Praktikum und der Berufseinstieg. Ähnliches versucht das Unternehmen auch weiterhin: "Wir arbeiten viel mit Hochschulen zusammen." Natürlich auch mit der HAW Amberg-Weiden - und zwar "gut und erfolgreich", betont Risse. Aber eben auch mit anderen, etwa der Hochschule Reutlingen, die Studiengänge im Bereich Textil/Mode anbietet.

Vom Praktikum zum Job

Es gibt zudem ein Förderprogramm - und Witt bemüht sich, Studenten für Praktika oder Abschlussarbeiten ins Unternehmen zu locken - rund 70 lernen so pro Jahr Witt kennen. Was dies bringt, zeigt eine andere Zahl: "60 Prozent der Einstiegspositionen für Akademiker besetzen wir mit ehemaligen Praktikanten."
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