26.07.2013 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Firma Curamik entwickelt sich unter dem Dach von Rogers Corporation sehr gut - Synergie-Effekte ... Mit "Passion" zur höchsten Qualität

Die Eindrücke von der Oberpfalz sind noch frisch. "Ich habe Glück, es ist Sommer", findet Marc Beulque, der neue Geschäftsführer von Curamik. Er genießt die Aussicht auf die hügelige Landschaft, die er von seiner Heimat, dem flämischen Teil Belgiens, nicht kennt, aber schätzt. Vor wenigen Tagen hat Beulque die Leitung des Leiterplattenherstellers übernommen. Er kommt vom Mutterkonzern, der amerikanischen Rogers Corporation.

Bei der Firma Curamik entstehen DCB-Substrate und -Kühler.
von Autor LYProfil

Curamik gehört seit Januar 2011 zu dem Konzern. "Schon im Februar 2011 sind die ersten Investitionen in Höhe von einigen Millionen geflossen", berichtet Anette Enders, die Leiterin Personal. Das war nach der schwierigen Zeit, in der das Eschenbacher Unternehmen ernsthaft auf der Kippe stand, wichtig.

Seit der Firmengründung vor 30 Jahren mit drei Mitarbeitern auf einer Fläche von 800 Quadratmetern hatte sich das Unternehmen bis zur Übernahme von DZ Private Equity auf rund 600 Mitarbeiter und mit drei Werkserweiterungen auf 13 000 Quadratmeter vergrößert. Der neue Eigentümer hat sich als so gut herausgestellt, wie es beim Kauf für 116 Millionen Euro gewünscht war. "Rogers war weder Kunde noch Lieferant oder Wettbewerber", erklärt Enders. Die Produkte von Curamik und Rogers aber werden miteinander verbaut, teilweise beim gleichen Kunden. Damit taten sich Synergien auf, die den Einkauf, die Vertriebsorganisations-Strukturen und auch die Fertigung gegenseitig befruchten sollen.
Im Rogers-Konzern gehört Curamik zum Geschäftsbereich Power Electronic Solutions (PES). Das ist einer der drei Geschäftsbereiche der Rogers Corporation neben Advanced Circuit Materials (ACM) und High Performance Foams (HPF). PES setzt sich zusammen aus Curamik und den RO-LINX(r)-Stromschienen, die in Belgien produziert werden.

Der neue Geschäftsleiter spricht lieber von einer Heirat statt Aufkauf, und einer Ehe, die beide Unternehmen eingegangen sind. Am Portfolio hat der Eigentümer beim Leiterplattenhersteller nichts geändert. Curamik hat als wertvollstes Pfund seinen Namen eingebracht. "Curamik ist ein Brand, unsere Kunden kaufen Curamik-Produkte", erklärt Enders nicht ohne Stolz.

Curamik selbst bezeichnet sich als Markt- und Technologieführer für keramische Leiterplatten, die DCB-Substrate. Das Eschenbacher Unternehmen hat sich in der Branche der "Clean Energy" weltweit einen Namen gemacht, obwohl es selbst in der näheren Region unbekannt ist.

"Für die Leistungselektronik ist Deutschland das Herz wie Silicon Valley für die IT-Industrie", vergleicht Beulque. Der Standort Eschenbach hat die gleichen Nachteile wie jeder andere Fertigungsstandort. "Die Kosten für die Fertigung in Deutschland sind hoch, aber die Kosten sind immer zu hoch", meint Beulque und verweist, dass das mittlerweile selbst von China gesagt werde. Die Kosten haben allerdings die Verlagerung der Endkontrolle nach Ungarn zur Folge.
Seit Beginn des Jahres haben mehr als die Hälfte der rund 150 Mitarbeiter der Abteilung eine neue Tätigkeit innerhalb des Werks gefunden, der Rest hat das Unternehmen verlassen. "Man darf nicht die Endkontrolle, sondern die ganze Curamik als Arbeitsplatz sehen", verweist Enders auf das personelle Wachstum in anderen Bereichen am Standort. Der Druck für die Verlagerung kam nicht von Rogers, sondern vom Weltmarkt, erklärt Beulque.

Was er in Eschenbach bei seinem ersten Rundgang durch das Unternehmen festgestellt hat, war die "Passion" - die Leidenschaft, mit der die Mitarbeiter am Produkt arbeiten und es damit immer weiter entwickeln und die höchste Qualität anstreben. Das Gleiche stellte schon Bruce Hoechner, der CEO (Chief Executive Officer) der Rogers Corporation, fest, als er das Eschenbacher Unternehmen besuchte.

"Richtige Flexibilität, richtige Qualität bei der Fertigung, Liefertreue, richtige Technologie sowie Forschung und Entwicklung für neue Produkte, das ist ein richtig guter Cocktail", beschreibt Beulque die Zukunft von Curamik. Die Mitarbeiter machten das Erfolgsgeheimnis aus. Erfahrung mit dem Produkt und Fachverständnis für den Kunden garantierten den Standort. Und natürlich die Zahlen - und da konnte Curamik in der ersten Hälfte dieses Jahres ein "schönes Wachstum" hinlegen, wie Enders anmerkt. "Gewinn muss sein", ist auch Beulques Devise.

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