Firmengruppe Gollwitzer aus Floß führend im Spezialtiefbau - Gute Auftragslage
Deichbauer aus der Oberpfalz

Mit dem höchstgelegenen Hafenkran Europas hat sich Harald Gollwitzer einen Jugendtraum erfüllt. Der Unternehmer holte das Industriedenkmal kurzerhand aus dem Rheinhafen in Koblenz nach Floß (Kreis Neustadt/WN) und stellte es im Bauhof seiner Firma auf. Vor allem nachts ist der Kran ein Blickfang.
Lokales
Bayern
17.04.2013
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"Herz und Hirn sitzen in Floß. Unser Geld verdienen wir aber schon lange nicht mehr in der Heimat." Harald Gollwitzer und seine Belegschaft haben damit aber kein Problem. Ihr Unternehmen, das sich auf Spezialtiefbau, Erd- und Tiefbau spezialisiert hat, ist längst in ganz Deutschland und darüber hinaus zu Hause. Schwerpunkte sind die Gebiete Rhein-Main und Rhein-Ruhr.

Als Granitwerk und Baggerbetrieb vor fast 60 Jahren begonnen (Hintergrund), hat sich die Firmengruppe Gollwitzer inzwischen zu einem High-Tech-Unternehmen gemausert. Kreativität, Innovation und vor allem Mobilität zeichnen die 130 Mitarbeiter aus. Wer hätte einmal gedacht, dass sich die Oberpfälzer als Experten im Hochwasserschutz einen Namen machen werden?

In Köln dick im Geschäft

Riesige Schneckenbohrer, Bohreimer oder Kernrohre fressen sich bis zu 40 Meter tief ins Erdreich. Mächtige Spundwände werden mit Hochfrequenzrüttlern in den Boden getrieben. Spezialtiefbau erfordert hohe Investitionskosten. Nicht zuletzt die Leistungsfähigkeit und Qualität des Maschinenparks sichern die Wettbewerbsfähigkeit. Die Lebensdauer derartiger Spezialbohrer beträgt maximal zehn Jahre - bei Kosten von bis zu zwei Millionen Euro.

Größter Auftraggeber der Firma Gollwitzer ist die Stadt Köln. Seit 2004 haben die Flosser inzwischen das Vertrauen für insgesamt zwölf Kilometer Deichsanierung erhalten. Die fünf Bauabschnitte umfassen ein Volumen von 25 Millionen Euro. "Die Leistungen im Spezialtiefbau in Verbindung mit von uns entwickelten Sondervorschlägen brachten oft den entscheidenden Vorsprung", verrät Harald Gollwitzer, der seit 26 Jahren in der Firma ist.
Mit Ausnahme weniger Restarbeiten ist die Errichtung einer bis zu 20 Meter tiefen, hochkomplizierten Baugrube für das Einkaufszentrum "Das Gerber" in Stuttgart abgeschlossen. Ein weiteres Highlight ist das Maintor-Areal in Frankfurt. Nach dem Totalabbruch der Degussa-Hauptverwaltung entsteht ein neues Wohn- und Geschäftsviertel. Die Investitionssumme beläuft sich auf 700 Millionen Euro. Gollwitzer hebt die komplexe Baugrube aus. Gut im Geschäft ist das Unternehmen auch in Berlin.

Ein weiterer kleiner Auszug aus der langen Referenzliste: Polder Mechtersheim, Parkhaus am Bundesverwaltungsgericht Leipzig, Einkaufszentrum in Bottrop, Universität Kassel, Neubau Landesamt für Finanzen in Landshut, International Coffee Placa in Hamburg, Sanierung der Hessischen Winterdeiche in Trebur, Europäisches Hansemuseum Lübeck, Fachhochschulen Ingolstadt und Deggendorf, Erweiterung für die Festspiele Luisenburg in Wunsiedel.

Tochterfirma in Polen

Der Flosser Betrieb kann nicht klagen. "Die Auftragslage ist gut", freut sich Gollwitzer. Erst in den vergangenen Tagen zog der Diplomingenieur weitere Order an Land: Trinkwasseraufbereitungsanlage der Stadt Nürnberg bei Ranna (2,5 Millionen Euro), Weserdüker Bremen (1,5 Millionen Euro) oder Regenüberlaufbecken für den Flughafen Frankfurt (800 000 Euro). Letzterer ist bereits der vierte Auftrag für Fraport. Der Job von Harald Gollwitzer, Geschäftsführender Gesellschafter der GmbH, ist in erster Linie die Akquise der Aufträge. Dafür legt er jährlich 130 000 Kilometer mit dem Auto zurück. Ihm ist jede Baustelle vertraut. "Ich kenne auch noch jeden Mitarbeiter. Jeder hat meine Handynummer und ruft mich bei Problemen auch an."
Nach der Grenzöffnung engagierte sich Gollwitzer in den neuen Bundesländern. 1991 wurde die Firma Harald Gollwitzer Ramm- und Bohrtechnik in Chemnitz gegründet. Die Niederlassung ist für die Akquise und Abwicklung der Bauaufträge in Ostdeutschland zuständig.

Geradezu ins Schwärmen gerät der Unternehmer, der sich mit Volleyball und Fußball fit hält, von der 1997 gegründeten Tochterfirma "Gollwitzer Polska": "Die hat sich rasant entwickelt." Die zusätzlichen 30 Mitarbeiter in Breslau steuern fünf Million zum 35-Millionen-Euro-Umsatz der Firmengruppe bei.
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