07.02.2014 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Harald Schlöger erläutert Kommissionsbericht für Guttenberg - Platz drei beim Dorfwettbewerb ... Mit Gemeinsinn viele Pluspunkte gesammelt

Ortssprecher Hans Reindl (stehend) hatte die Zusammenkunft organisiert, bei der der Kreisfachberater den Kommissionsbericht erläuterte. Auch von Bürgermeister Werner Nickl erhielten die Guttenberger viel Lob (vorne von rechts). Bild: hl
von Hans LukasProfil

Bürgermeister Werner Nickl hatte es schon immer gewusst: Er sei von Anfang an überzeugt gewesen, dass Guttenberg beim Kreisentscheid 2013 im Wettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft - Unser Dorf soll schöner werden" sehr gut abschneiden werde. Kreisfachberater Harald Schlöger stellte nun den Kommissionsbericht vor, der Grundlage für den am Ende dritten Platz war.

Ortssprecher Hans Reindl hatte dazu die Dorfbewohner ins Gasthaus Dumler eingeladen. Schlöger betonte, dass das schon zuvor recht anschauliche Dorf durch die Teilnahme weiter an Wert gewonnen habe. Zudem seien Schwerpunkte für die künftige Entwicklung gesetzt worden. Die Dorfgemeinschaft habe die bei den Begehungen mit der Kreisfachberatung vorgeschlagenen Gestaltungsmaßnahmen konsequent umgesetzt. Dies habe die Jury mit der hohen Bewertung und insgesamt 81 Punkten gewürdigt.

Von der ehemals ausschließlich landwirtschaftlichen Prägung seien noch zwei Vollerwerbsbetriebe und einige Nebenerwerbslandwirte übrig geblieben. Handwerksbetriebe fehlten, die Bürger arbeiteten in den benachbarten Ballungszentren Bayreuth und Weiden sowie im Hauptort Kemnath. Öffentlicher Nahverkehr sei zwar vorhanden, er werde aber weitgehend von Schülern benutzt.
Probleme bereitet das Fehlen einer schnellen Internetverbindung. Eine Lösung soll der angekündigte Ausbau der Breitbandversorgung bringen. Bis Waldeck ist ein Glasfaserkabel vorhanden. Der Ort weist eine günstige Bevölkerungstruktur mit vielen Kindern und Jugendlichen, die sich unter anderem in der Jugendfeuerwehr engagieren, auf. Auch der Radfahrerverein Concordia bietet verschiedene Aktivitäten an.

Die beiden alten leerstehenden Häuser, die typisch für die Bauweise in der Oberpfalz sind, spiegeln die Ortsgeschichte wider. Hier ist es laut dem Redner zu begrüßen, wenn Lösungen für eine künftige Nutzung gefunden werden. Die neueren Siedlungshäuser beeinträchtigten das Dorfbild kaum. Großer Stellenwert werde der Nutzung regenerativer Energien eingeräumt. Bei den Photovoltaikanlagen sei auf die gestalterische Verträglichkeit geachtet worden.

Beeindruckt hat die Kommission das Engagement der Einwohner in den beiden Ortsvereinen. Die Dorfkapelle in der Ortsmitte ist ein Schmuckstück. Der Zugang ist im Vorfeld des Wettbewerbs mit Granitpflaster neu gestaltet worden. Mit dem gegenüberliegenden Wirtshaus am Dorfplatz und dem Feuerwehrhaus prägt die Kapelle am "Kirchenrangerl" den Ort. Flurkreuze sind weitgehend restauriert. Hingewiesen wurde auch auf die Schleifsteinherstellung aus dem vorhandenen besonderen Sandstein. Angeregt wurde die Erstellung einer Dorf- und Häuserchronik.
Weitere historische Bauwerke sind die Felsenkeller, die Bürger am westlichen Ortsrand sanieren. Sie sollen zukünftig auch Naturschutzzwecken dienen und Zugangsmöglichkeiten für Fledermäuse und Amphibien erhalten. Ein weiterer Keller, der beim Neubau der Dorfstraße 1971 verschüttet wurde, könnte laut der Kommission wieder saniert werden. Er liegt unter der Kapelle. Weiter sollte über einen Rückbau der Asphaltdecke mit Einbau eines dorfgerechten Pflasters nachgedacht werden.

Auf einem sehr guten Weg

Schlöger sieht Guttenberg auf einem sehr guten Weg bei der selbstbestimmten Weiterentwicklung. Dazu braucht es weiterhin engagierte Bewohner, die gemeinsam nach den besten Lösungen, auch im Sinne des Dorfwettbewerbes, suchen. "Guttenberg ist eine Ortschaft, die Zukunft hat und die auch in Zukunft erfolgreich sein kann."

Nachdem die Stadt Materialien und Stadtgärtner Florian Frank als fachlichen Berater gestellt habe, bewies Guttenberg wieder einmal, dass den Bürgern sehr viel an ihrer Heimat liegt, erklärte Bürgermeister Nickl. Es haben sich Ideen entwickelt, an die zuvor gar nicht gedacht worden sei. Er gratulierte und zeigte sich überzeugt, dass die Bewohner noch einiges zur Verschönerung des Dorfes beitragen werden.

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