Herbizid Mecoprop im Deponie-Sickerwasser - Info-Versammlung zur anstehenden Sanierung
Gutachter: Kein Quecksilber

Lokales
Bayern
15.05.2012
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In der Deponie Haldenstraße schlummern Giftstoffe. Unter anderem belastet das Herbizid Mecoprop das Sickerwasser. Zur anstehenden Sanierung des Geländes, die in direktem Zusammenhang mit dem Ausbau der Bundesstraße 303 steht, gab es nun eine Info-Versammlung im "Meister-Bär-Hotel". Organisiert hatte sie die Bürgerinitiative gegen die Fichtelgebirgsautobahn-Ost.

Kerstin Popp von der Bürgerinitiative rückte das mit Giftstoffen aus der Deponie verunreinigte Sickerwasser in den Blickpunkt. Durch eine Sanierung müsse sichergestellt werden, dass keine Gefahren mehr von der Deponie ausgehen.

Dr. Gerdt Pedall, der Gutachter für die Deponie vom gleichnamigen Planungsbüro aus Bayreuth-Haag, der sich seit etwa 15 Jahren mit der Halde beschäftigt, stellte klar: Nur Sachverhalte zählen - nicht Spekulationen. Auch machte er deutlich, dass in den 1970er/1980er Jahren kein oder zumindest ein anderes Umweltbewusstsein geherrscht habe.

Pedall ging auf die in Marktredwitz angesiedelten Gewerbebetriebe wie die Chemische Fabrik, die Glasschleife, Porzellanindustrie und Galvanisierung ein. In der Vergangenheit seien mehrere Dutzend Bohrungen auf der Deponie Haldenstraße durchgeführt, aber dabei kein Quecksilber gefunden worden. Auch das Wasser, das aus der Deponie komme, weise keine Kontaminierung mit Quecksilber auf. Der Gutachter wies jedoch auf eine schwerwiegende Belastung des Grundwassers mit Mecoprop hin. Dieses Herbizid sei gesundheits-, umwelt- und wasserschädigend. Nichtsdestotrotz sei es weiterhin zugelassen und werde in Betrieben und der Landwirtschaft verwendet. Gemessen worden seien deutlich überhöhte Werte. Eine Verunreinigung der Luft durch Ausgasungen aus der Deponie sei zwar vorhanden, so Pedall, verdünne sich jedoch beim geringsten Luftstrom sehr stark.
Kreisrätin Brigitte Artmann (Bündnis 90/Die Grünen) forderte neue Untersuchungen der Luft und zwar an mehreren Stellen. Kerstin Popp war sich sicher, dass nicht das komplette Sickerwasser aufgefangen werde. Und: Man wisse nach wie vor nicht, was sich alles in der Deponie befinde.

"Die Deponie muss raus!"

Brigitte Artmann forderte nicht nur eine Sanierung der Deponie, die keine Basisabdichtung habe, sondern: "Die Deponie muss raus!". Wer aber würde das finanzieren? Dr. Pedall wusste: Die Sanierung zum Grundwasserschutz laufe unabhängig von den Planungen im Straßenbau und werde von der Regierung gefordert, denn jetzt gebe es dafür finanzielle Mittel. Es werde eine versiegelte Abdeckschicht aufgebracht, damit von oben her kein Wasser mehr in die Deponie eindringen könne.

Nicht vorstellen konnte er sich ein komplettes Ausbaggern der rund 400 000 Kubikmeter großen Deponie. Denn das würde zu Kosten im dreistelligen Millionenbereich führen. Man werde die Deponie nach dem neuesten Stand der Technik und aufgrund der durchgeführten Messungen sanieren, so Pedall abschließend.
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