Interview mit Regierungspräsidentin Brigitta Brunner
In Mitte Europas

Gerade im Rad- und Wandertourismus gibt es ein enormes Potenzial.
Lokales
Bayern
17.04.2013
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Über die dynamische Entwicklung der Wirtschaft in der Oberpfalz sprach unsere Zeitung mit Regierungspräsidentin Brigitta Brunner.

Wenn Sie die Wirtschaftskraft der Oberpfalz im Zehn-Jahres-Vergleich betrachten: Welche Veränderungen sind hier maßgeblich?

Brunner: Wir haben derzeit eine sehr niedrige Arbeitslosenquote, es besteht eine ungebrochene Investitionsbereitschaft - von dem Jahr der Wirtschaftskrise abgesehen - und wir haben uns vor allem im Bereich der Logistik aufgrund der Verkehrsinfrastruktur sehr gut entwickelt. Nachdem nichts nur positiv ist: Es fehlen zunehmend Fachkräfte und wir alle werden durch die demografischen Veränderungen viel Konzept- und Strukturarbeit leisten müssen.

Wie hat sich die Nähe zu Tschechien - Westböhmen - wirtschaftlich ausgewirkt?

Brunner: Mit einem Wort: positiv. Mit der Grenzöffnung hat sich ja auch die Verkehrsinfrastruktur erheblich verbessert. Die Oberpfalz liegt nun in der Mitte Europas, was Unternehmensansiedlungen und -erweiterungen begünstigt.

Welche Potenziale stecken noch im Tourismus?

Brunner: Der Tourismus erfindet sich immer wieder neu, das muss er auch, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Ich kann in den letzten Jahren eine hohe Investitionsbereitschaft der Unternehmen feststellen, sich an das veränderte Freizeitverhalten der Bevölkerung anzupassen. Gerade im Rad- und Wandertourismus gibt es ein enormes Potenzial.
Kann die Ausweisung von Industriegebieten nur die Aufgabe der einzelnen Kommunen sein?

Brunner: Grundsätzlich gilt hier das Primat der kommunalen Planungshoheit. In der letzten Zeit können wir zunehmend die Bereitschaft von Kommunen erkennen, auf diesem Gebiet zusammenzuarbeiten. Ich begrüße diese Entwicklung.

Wie begleitet die Wirtschaftsförderungs-Abteilung der Regierung diese Entwicklungen?

Brunner: Eine wesentliche Aufgabe besteht in der Unternehmensförderung sowie in der Förderung von Infrastrukturprojekten der Kommunen - z. B. Breitband. Darüber hinaus arbeiten wir eng mit den Kammern, den Wirtschaftsabteilungen der Landkreise und Städte zusammen. Besonders hier hat die Regierung eine starke Bündelungsfunktion.

Frau Brunner, Sie sehen die Herausforderungen durch die Demografie als die Zukunftsaufgabe.

Brunner: Eine wichtige Aufgabe ist bereits geleistet, nämlich die Sensibilisierung aller Verantwortlichen für die Thematik. Leider gibt es kein Patentrezept, sondern wir müssen jetzt individuelle Konzepte für alle betroffenen Lebensbereiche finden. Mit der Berufsschulreform haben wir eine erste Weiche für den Bereich der beruflichen Bildung gestellt. Wenn alle gesellschaftlichen Ebenen eng zusammenarbeiten, werden wir den demografischen Wandel in der Oberpfalz gemeinsam gestalten können.
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