06.09.2014 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Jubiläum 750 Jahre Liebenstein - Festvortrag bei Heimatkulturtag "Aus Ruinen erwächst Hoffnung"

Festredner Professor Dr. Friedrich Spener. Bild: jr
von Josef RosnerProfil

Auch fast 70 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs verblasst die Erinnerung der ehemaligen Liebensteiner an ihre frühere Heimat nicht. Die Heimatvertriebenen gedachten im Egerland-Kulturhaus der ersten urkundlichen Erwähnung ihres Heimatortes vor 750 Jahren. Grund zum Feiern bot auch ein zweites Jubiläum: 20 Jahre Liebensteiner Heimatbrief.

Musikalisch gestalteten den Nachmittag Dr. Angelika Dietz (Gesang) und Siegfried Schicker (Klavier). Auf großes Interesse stieß die von Anton Thumser vorbereitete Ausstellung über die frühere Heimat.

Im Mittelpunkt stand der Festvortrag von Professor Dr. Friedrich Spener aus Graz. Er lebte eineinhalb Jahre mit Mutter und Bruder auf Schloss Liebenstein. Denn die Familie hatte Berlin wegen des Bombenhagels verlassen müssen. Das Schloss gehörte den Brüdern seiner Mutter, Fritz und Gustav Kaessmann. "Schloss Liebenstein hat für meine engere und weitere Familie einen hoch emotionalen Wert." Auch lange nach dem Krieg besuchte Professor Dr. Friedrich Spener gemeinsam mit seiner Mutter immer wieder das Schloss. "Wir sahen den Verfall." In den vergangenen vier Jahren habe sich aber Entscheidendes getan. "Zu unserer großen Freude sahen wir, dass das Schloss wiederentsteht. Wir lernten den neuen Besitzer kennen, einen pensionierten Beamten eines russischen Ministeriums, der sehr am Wiederaufbau interessiert ist." Spener weiter: "Aus Ruinen erwächst Hoffnung."

Ausdrücklich würdigte er die Arbeit von Anton Thumser, dem Macher des Liebensteiner Heimatbriefs. "Durch dieses Heftchen ist es Ihnen gelungen, auseinander gerissene Bekannte wieder zusammenzuführen und in Kontakt zu bringen." Wertvolles Wissen über die alte Heimat werde bewahrt und dokumentiert. Zudem liefere der Heimatbrief einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Egerländer Mundart. Doch nicht nur Geschichtliches finde sich im Heimatbrief. Thema seien auch die deutsch-tschechischen Beziehungen.

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