Können und Wertschätzung des Personals plus gutes Betriebsklima ein Erfolgsrezept der Lüdecke ...
"Die Mitarbeiter fühlen sich als Familie hier"

Lokales
Bayern
17.04.2013
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Die dritte Schicht fiel kürzlich komplett aus. Firmeninhaber Erwin Bogner feierte seinen 80. Geburtstag nach und wollte die ganze Belegschaft daran teilhaben lassen. Statt Arbeit lud er alle zum Mittagessen ein und schickte die rund 100 Beschäftigten danach zur Feier des Tages ins Wochenende. Und das, obwohl das Amberger Vorzeigeunternehmen Lüdecke voller Aufträge steckt und sich Produktionsausfälle eigentlich gar nicht leisten kann. Aber Erwin Bogner war es das wert - für sich und seine treuen Mitarbeiter.

Das ist nur ein Beispiel, wie die Lüdecke Armaturen GmbH an der Heinrich-Hauck-Straße mit ihrem Personal umgeht. Im Grunde seit jeher, aber vor allem "in den vergangenen Jahren haben wir ein unheimlich schönes Betriebsklima hier geschaffen". Das sagt Klaus Herdegen, neben Erwin Bogner weiterer Geschäftsführer, der daran ebenso seinen Anteil hat.

"Intaktes Arbeitsumfeld"

Er spricht von einem "Familienunternehmen nicht nur im herkömmlichen Sinn, dass es einer Familie gehört" (der von Erwin Bogner, dem Schwiegersohn des einstigen Firmengründers Emil Georg Lüdecke). "Auch die Mitarbeiter fühlen sich als Familie hier", konkretisiert Herdegen nicht ohne Stolz und nennt als Beispiele gemeinsame Betriebsausflüge, Grillfeste und sogar einen firmeneigenen Preisschafkopf. Aber auch eine betriebliche Altersversorgung, Gesundheitsvorsorge, Gleitzeit sowie gern und flexibel wieder genommene Rückkehrer aus Erziehungszeiten gehören für den Geschäftsführer zu einem "intakten Arbeitsumfeld".
"Es macht sich bezahlt", wenn die Beschäftigten gewisse Vorzüge bekommen, weiß Klaus Herdegen. Zum Beispiel mit einem niedrigen Krankenstand, der der Produktion und allen Abläufen zugutekommt. 2012 lag er bei unter zwei Prozent - "das war fantastisch", schwärmt der Geschäftsführer und Diplom-Kaufmann vom Engagement seiner Belegschaft.

Dass ein so innovativ denkendes Unternehmen seit über zehn Jahren auch auf die Mithilfe von Projektgruppen und Studenten der Hochschule Amberg-Weiden setzt und jungen Leuten die Chance gibt, ihr theoretisches Wissen praktisch anzuwenden, ist dabei fast schon selbstverständlich. Nicht ganz so selbstredend, aber beispielhaft, ist ferner die Neueinstellung von älteren Arbeitnehmern. Vier Männer "über Mitte 50" hat Lüdecke jüngst auf der Suche nach guten Facharbeitern gerne genommen. "Das tut dem Ganzen sehr gut, auch den Auszubildenden", begründet Klaus Herdegen, "eine gesunde Mischung gibt oftmals die Ruhe, die ebenso nötig ist".
Apropos Azubis: Sechs junge Leute bildet Lüdecke ständig gleichzeitig aus, stellt jährlich zwei neue ein. Und in der Regel bleiben sie nach ihrer guten Lehre, bekommen einen festen Arbeitsplatz angeboten. Denn die Amberger Firma ist auch personell auf Wachstumskurs. Erst 2008 hatte sie kräftig erweitert, eine neue Produktionshalle und ein topmodernes Verwaltungsgebäude am Rand des Industriegebiets Süd hingestellt. Damals war der Mitarbeiterstand bereits auf 80 gestiegen, heute liegt er bei rund 100.

"Wir sind keine Riesenfirma", erläutert Klaus Herdegen. Aber das, was Lüdecke seit mittlerweile über 80 Jahren macht (ursprünglich bereits 1930 in Leipzig gegründet und nach Zerstörung im Krieg 1949 in Amberg wiedereröffnet), ist Spezialisierung in doppelter Perfektion. Zum einen, weil die Firma ihre Leistungen ständig optimiert und so in ihrer Branche zu einem Marktführer wurde, bei den Produkten für die Bauindustrie sogar weltweit an der Spitze liegt. Zum anderen, weil Lüdecke gefragte Nischenmärkte bedient und auch so punktet. Dabei hat der Anteil an Sonderanfertigungen für Kunden laut Herdegen stark zugenommen, macht bereits etwa ein Drittel des Geschäfts aus. "Nur noch" etwa zwei Drittel sind Bestellungen aus dem bestehenden Produktkatalog.

Produktion nur in Amberg

Davon sind wiederum nur etwa fünf Prozent Handelsware, "den Rest produzieren wir selber - hier in Amberg", sagt der Geschäftsführer stolz. "Alles, was wir hier nicht schaffen, davon lassen wir die Finger", bricht er eine Lanze für den heimischen Produktionsstandort, der nach Firmenphilosophie Qualität und Zuverlässigkeit garantiert. "Heute bestellt, morgen geliefert", sei dabei stets das Ziel von Lüdecke, das auch mit einem großen Lager in der Vilsstadt erreicht wird. Hier gibt es rund 22 000 Stellplätze für fertige Ware, ist über die Hälfte des Portfolios ständig vorrätig. Aufgrund des wachsenden Firmenerfolgs wurden die Kapazitäten hier ganz aktuell sogar verdreifacht. Mit einem neuen Anbau, der erst seit Januar in Betrieb ist. Er hat die Fläche für Fertigware verdoppelt und bietet eine weitere große Gasse für Rohware. Dennoch ist Lüdecke platzmäßig "schon wieder fast voll", denkt bereits fürs kommende Jahr über einen neuen Wareneingangsbereich und wahrscheinlich auch eine weitere Produktionshalle nach.
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