Luis Stitzinger und Alix von Melle berichten beim Alpenverein von ihren extremen Touren
Den Nanga Parbat erleben

Lokales
Bayern
03.11.2009
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Faszinierende Blicke in die Welt der Berge gewährten Luis Stitzinger und Alix von Melle. Auf Einladung des Deutschen Alpenvereins, Sektion Greiz, zeigte das bekannte deutsche Extrembergsteigerpaar den Multimedia-Vortrag "Nanga Parbat3 - Dreimal unterwegs am deutschen Schicksalsberg". Das Publikum war begeistert, dankte mit langanhaltendem Applaus.

Beeindruckende Bilder und Videosequenzen ließen die zahlreichen Zuschauer an der Expedition in den Westhimalaya teilhaben. Im pakistanischen Teil der Region Kashmir erhebt sich der Nanga Parbat, der mit 8125 Metern neunthöchste Berg der Erde. Er gilt als der am schwierigsten zu besteigende 8000er der Welt.

Der "nackte Berg", wie die Übersetzung des Namens aus dem Sanskrit lautet, bekam im Laufe der Geschichte den Beinamen "deutscher Schicksalsberg". Bereits in den 1930ern mussten mehrere deutsche Bergsteiger den Versuch, den Gipfel des Nanga Parbat zu erreichen, mit dem Tod bezahlen. Bis heute starben dabei weit über 60 Bergsteiger.

Glücksgefühl

Während seiner zweimonatigen Expedition im Jahr 2008 begab sich Luis Stitzinger mehrmals auf die Gletscherhänge des Nanga Parbat. Bei seiner persönlichen Nachbetrachtung beschreibt der leidenschaftliche Bergsteiger sein Empfinden: "Nicht der Anreiz zu überleben, sondern die Tatsache, dass ich das Glück hatte, den Nanga Parbat dreimal erleben zu dürfen, steht bei mir im Vordergrund." Beim Betrachten der Expeditionsfotos konnten die Zuschauer Stitzingers Worte nachvollziehen.
Bilder von den schneebedeckten Buckeln des Höhenmassivs, die der Sonnenuntergang in orange-gelbe Farben taucht, oder der Blick von oben herab auf ein Wolkenmeer sprechen für sich. "Diese atemberaubenden Ausblicke zu genießen, die Natur und ihre Schönheit in sich aufzusaugen, das sind die Momente, für die man lebt", gerät Alix von Melle ins Schwärmen.

Diese Eindrücke dürfen aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Besteigung des Nanga Parbat mit kräftezehrenden Mühen verbunden war. So gab es Tage, an denen Stitzinger und von Melle die Zelte wegen Schneestürmen überhaupt nicht verlassen konnten. Auch der Weg durch Hänge aus blankem Eis oder bedeckt mit Tiefschnee mit einer Neigung von bis zu 60 Grad und das alles beladen mit 20 Kilogramm Gepäck auf dem Rücken bedeuteten kaum vorstellbare Anstrengungen.

Speed-Besteigung

Eine besondere Leistung vollbrachte Luis Stitzinger mit seiner Speed-Besteigung und Skibefahrung des Berges. Vom 4235 Meter hoch gelegenen Basislager der Expedition machte er sich alleine auf, um nach nur 24,5 Stunden zurückzukehren. In dieser Zeit gelangte er bis 300 Meter unterhalb des Gipfels, wo er seine Ski anschnallte und als erster Mensch überhaupt die Diamirflanke des Nanga Parbat hinabfuhr. "Zeitweise litt ich unter Dehydrierung und Essensmangel und geriet in Gefahr, während des Gehens einzuschlafen. Aber die Anstrengungen haben sich gelohnt", fasst Luis Stitzinger bei seinem Vortrag in Marktredwitz zusammen.
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