Mit Bernd Hollerbach starten die Würzburger Kickers voll durch
Pokal-Euphorie in Unterfranken

Lokales
Bayern
19.08.2014
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Mit dem Sohnemann auf dem Arm stand Bernd Hollerbach inmitten der Würzburger Feierlichkeiten und sprach entspannt über den Pokal-Coup seiner Amateurkicker. "Wir haben mutig nach vorne gespielt und nicht unverdient gewonnen", resümierte der 44 Jahre alte Trainer der Würzburger Kickers nach dem 3:2-Erfolg des Regionalligisten gegen die Zweitliga-Profis von Fortuna Düsseldorf. Völlig überrascht war Hollerbach nicht: "Wir hatten es schon in der Liga zuvor gut gemacht."

Die Fußball-Begeisterung in Unterfranken hat eine neue Euphoriestufe erreicht. Und daran hat neben dem umjubelten Siegtorschützen Steven Lewerenz, der am Sonntag in der 114. Minute mit einem abgefälschten Schuss das Spiel entschied, sowie dem sogar zweimal erfolgreichen Christopher Bieber auch Hollerbach einen erheblichen Anteil. Der frühere HSV-Profi ist vielen Fans noch gut als Co-Trainer an der Seite von Felix Magath in Erinnerung, in seiner Heimatstadt Würzburg sorgt er jetzt selbst als Chef für Furore.

Für die Kickers ist der Sieg sportlich und finanziell wertvoll. Für das Erreichen der zweiten Runde gibt es aus dem DFB-Prämientopf 268 000 Euro, nach 140 000 Euro für das erste Spiel. Eine beträchtliche Finanzspritze für den Viertligisten, der auch in der zweiten Runde Ende Oktober wieder Heimrecht genießen wird.

Gespannt fiebern nun alle dem kommenden Samstag entgegen, wenn bei der Auslosung der Gegner ermittelt wird. Die über 10 000 Fans, die den Erfolg gegen Düsseldorf feierten, waren sich überwiegend einig: Einer der ganz Großen aus der Bundesliga soll jetzt her, der FC Bayern oder Borussia Dortmund. "Man hat gesehen, was in dieser Stadt geht", sagte Kickers-Chef Michael Schlagbauer nach dem nur vorläufigen Höhepunkt der noch jungen Saison am Sonntag.

Ein Erfolgsfaktor in Würzburg ist Christopher Bieber, der den Regionalliga-Spitzenreiter in die Verlängerung schoss. "In den Ligaspielen habe ich ja bisher entweder einmal oder dreimal getroffen. Da hat der Doppelpack eben noch gefehlt", sagte der Torjäger selbstbewusst. Beachtliche zehn Treffer erzielte er in sieben Ligaspielen. Er führt die Torschützenliste deutlich an.

Nach dem Auftritt gegen Düsseldorf könnten nun auch Profivereine auf den Angreifer aufmerksam werden. "Das interessiert mich absolut nicht. Wichtig ist jetzt, auf dem Boden zu bleiben. Nichts sollte uns alle von der eigentlichen Aufgabe Regionalliga ablenken", sagte Bieber, der sich schmunzelnd als "Urgestein des Vereins" bezeichnet.

Im Liga-Alltag warten als nächste Gegner der TSV 1860 München, FC Augsburg und FC Ingolstadt. Im Gegensatz zum DFB-Pokal müssen es Hollerbachs Kickers in diesen Partien aber "nur" mit den zweiten Mannschaften der Profivereine aufnehmen.
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