Neue Wanderausstellung bis 27. Oktober im Egerland-Kulturhaus - Kooperation mit Schule
Von der Geschichte des Geigenbaus

Lokales
Bayern
29.04.2013
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"Egerländer Geigenbau - 140 Jahre Schönbacher Geigenbauschule" heißt eine Wanderausstellung, die bis zum 27. Oktober im Egerland-Kulturhaus zu sehen ist. Zur Eröffnung hieß Museumsleiter Volker Dittmar Oberbürgermeisterin Dr. Birgit Seelbinder und weitere Ehrengäste willkommen.

"Die Ausstellung, die mit viel Mühe, großer dokumentarischer Akribie und Kreativität bei der Gestaltung erstellt wurde, ist ein Beitrag zur Musikgeschichte des Egerlandes und im Speziellen des sogenannten böhmisch-sächsischen Musikwinkels, befasst sie doch mit dem Instrumentenbau in Schönbach (heute Luby)", sagte Dr. Seelbinder. "Sie verdeutlicht, wie stark dieser Ort und sein Umland vom Geigenbau geprägt waren." Nach einer Zeit der Verstaatlichung hätten wieder private Geigenbaufirmen hier Fuß gefasst.

Weg der Vertriebenen

Weiter werde in der Ausstellung der Weg von Heimatvertriebenen und Spätaussiedlern skizziert. Viele dieser Schönbacher Instrumentenbauer hätten in Bubenreuth bei Erlangen eine neue Existenz gegründet. "Besonders freut es mich, dass die Schönbacher Geigenbauschule, die heute in der Integrierten Mittelschule Cheb/Eger ihren Sitz hat, mit dem Egerland-Museum diese Ausstellung auf die Beine gestellt hat." Für diese Partnerschaft bedankte sich die Oberbürgermeisterin bei dem Direktor der Geigenbauschule, Jiri Pátek.
"Die Musik gehört ja zu den Egerländern, genauso wie die Egerländer zur Musik gehören", bemerkte der Bundesvüarstäiha der Eghalanda Gmoin, Alfred Baumgartner. Die seltenen und daher auch wertvollen Ausstellungsstücke zeugten von dieser Zeit. "Ich möchte nicht vergessen, dass auch der Dudelsack und die Harfe neben der Geige zu den traditionellen Instrumenten gehören, die im Egerland gespielt wurden und werden." Bei einem kürzlichen Besuch bei Egerländern in Neuseeland habe er festgestellt, dass gerade das Musizieren und die Musik die Zeit überdauerten und zur Aufrechterhaltung der Gemeinschaft beitrügen.

Einige Anmerkungen zum Ausstellungsprojekt "Egerländer Geigenbau" machte Museumsleiter Volker Dittmar: "Wir vertiefen mit diesem Thema in unserer Dauerausstellung die Abteilung Egerländer Volksmusik." Neben Graslitz sei Schönbach ein weiteres Zentrum des Instrumentenbaus, wobei der Geigenbau stark dominiere. "Die Geige ist eines der vier Instrumente der sogenannten ,Kleinen Bauernmusik', die auf Volksfesten und Hochzeiten auftrat."
Man zeige in der Ausstellung unter anderem die Entwicklung Schönbachs auf und gehe einer wichtigen Frage nach: "Warum bildete sich gerade hier der Geigenbau mit seinen zahlreichen Untergewerken wie Wirbeldreher, Saitendreher, Zargen- oder Bogenbauer heraus?" Damit sei er bei der Schönbacher Geigenbauschule, die heute in der Integrierten Mittelschule Cheb/Eger einen neuen Standort habe. Historisches Handwerk, traditionelle Techniken und altes Wissen, das sich seit Jahrhunderten unwesentlich verändert habe, könne hier an zukünftige Generationen weitergegeben werden.

"Das ist für mich europäisches Kulturgut, welches es zu bewahren und weiterzugeben gilt. Die Konzeption der Ausstellung und die Umsetzung in relativ kurzer Zeit konnte nur realisiert werden, weil ein weiterer Kulturwissenschaftler in das Projekt eingebunden werden konnte." Dabei handle es sich um Dr. Robert Grötschel, der maßgeblichen Anteil am Gelingen gehabt habe. Dittmar bedankte sich für dessen großes Engagement. "Er hat sich sehr gut in unser Museumsteam eingefunden, bei dem ich mich ebenfalls bedanke", so Dittmar.

Besonderes Jahr

"1873 war mit der Gründung der Musikschule ein besonderes Jahr", betonte der Leiter der Geigenbauschule Eger, Jiri Pátek. Die Schönbacher Geigenbauschule feiere heute ihr 140-jähriges Gründungsjubiläum.

Für die musikalische Umrahmung der Ausstellungseröffnung sorgte das Steicherensemble der Chursächsischen Philharmonie Bad Elster.
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