Wie die Technologie-Campusse Amberg und Weiden funktionieren
Schnittstelle zur Wirtschaft

... sein Weidener Pendant (2000 Quadratmeter) wird seit März 2013 genutzt. Bilder: Hartl (2)
Lokales
Bayern
17.04.2013
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Als Dr. Karin Preißner neulich aus dem Fenster ihres Büros in Weiden sah, rollte ein Skelett vorbei. Ein Professor der Hochschule hatte das Modell des menschlichen Knochengerüsts für eine Lehrveranstaltung verwendet und schob es nun zurück zur HAW. Preißner gefiel das Schauspiel. Es war schließlich ein schönes Symbol für das, was ihre Arbeit ausmacht.

Preißner ist Geschäftsführerin der Technologie-Campusse Weiden (WTC) und Amberg (ATC). Beide dienen als Schnittstelle zwischen Hochschule und regionaler Wirtschaft. Mit dem Ziel, "den Technologie-Transfer zu bündeln - in einer organisatorischen und gebäudlichen Einheit", so Preißner. Ein Vorhaben, das viele Wirtschaftsvertreter loben.

Aber wie sieht Technologie-Transfer eigentlich aus? Blau, lautet die Antwort. Zumindest im Fall des WTC. Die Planer gaben dem Gebäude, das neben der HAW Weiden steht, diese charakteristische Farbe. Ende März feierte das WTC Eröffnung. Inzwischen sind - von zwei Ausnahmen abgesehen - bereits alle Räume des Gebäudes belegt. Im Erdgeschoss ist die Medizintechnik der HAW untergebracht. Oben finden sich beispielsweise mit der HAW verwandte Institute oder Büros von Unternehmen, die mit der Hochschule kooperieren.

ATC ausgebucht

Auch in Amberg haben sich Unternehmen eingemietet, die einen Bezug zur Hochschule haben. Der ATC auf dem Gelände des dortigen HAW-Standorts öffnete bereits 2011. Ausgebucht ist der Campus längst, weshalb Preißner auf eine Erweiterung hofft.
Der Transfer des Know-hows der HAW in die Wirtschaft verlaufe auf verschiedene Arten, erläutert Preißner. Unternehmen wie BHS-Corrugated (Weiherhammer) seien vor Ort vertreten, um gemeinsam mit Professoren und Studenten an Projekten zu arbeiten. Nebeneffekt: Das Unternehmen tritt in Kontakt mit den Fachkräften der Zukunft. In anderen Fällen ist es der Umweg über Preißner, den Unternehmen gehen können. Wenn sie an einem bestimmten Forschungsfeld Interesse haben, sucht die Geschäftsführerin nach den passenden Professoren und betreut die Kooperation, bis sie läuft, bis sich beispielsweise Studenten finden, die ihre Abschlussarbeit bei dem Unternehmen schreiben.

In wieder anderen Fällen sind es ehemalige HAW-Studenten, die für ihre Unternehmensgründung günstige Räume finden. Sie profitieren zusätzlich zum Kontakt zu den anderen Mietern der Campusse sowie zu den Lehrenden der HAW. Auch das sei schließlich noch ein zentraler Hintergedanke der beiden Campusse, sagt Preißner: kurze Wege. Weil sich hier so viele Akteure aus Wirtschaft und Forschung ständig begegneten, gewinne jeder zusätzlich, sei die Hemmschwelle, andere um Rat zu fragen, geringer. Denn auch für Technologie-Transfer gelte heute immer: "Das beste Medium dafür ist und bleibt das persönliche Gespräch."
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