Wie sich die Nordoberpfalz gegenüber Metropolregion Nürnberg positioniert
Tür in globalisierte Welt

Windräder in Witzlricht (Kreis Amberg-Sulzbach): Naherholung und regenerative Energie aus Windkraft spalten häufig die Bevölkerung. In der Wirtschaft werden Forderungen nach einer "Energie-Region" - durch Windkraft - laut. Bild: Uli Piehler
Lokales
Bayern
17.04.2013
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Die Nordoberpfalz als Energie-Region: Diese Vision skizzierte das IHK-Gremium Weiden, als es die Positionen - Alleinstellungsmerkmale - für die Zusammenarbeit mit der neu aufgestellten Metropolregion Nürnberg absteckte. Wie berichtet, besitzen nun die im Verein "Wirtschaft für die Metropolregion" organisierten Unternehmen ein 50-prozentiges Mitspracherecht bei allen Projekten und deren Finanzierung.

Wertschöpfung aus der Region für die Region: Die Nordoberpfalz wird quasi "Energie-Lieferant" durch die Windkraft. Diese Vision zeichneten vor allem die im IHK-Gremium vertretenen Bänker.

Mit Blick auf den Tourismus - besonders die Naherholung aus dem Großraum Nürnberg - warnte Moderator Dr. Wolfgang Weber (Hochschule Amberg-Weiden) vor einer "Verspargelung der Oberpfälzer Landschaft" und plädierte dafür, "die Windkraft zu bündeln". Energie-Lieferant sei nicht nur der Wind, sondern auch Kraft-Wärme-Kopplung, Geothermie und Hackschnitzel-Verbünde. Die IHK-Gremien Weiden, Amberg und Neumarkt fassen gemeinsam die dringlichen Themen der nördlichen und mittleren Oberpfalz gegenüber der Metropolregion zusammen. "Bisher war die Spitze der Metropolregion Nürnberg eine Angelegenheit ausschließlich von Kommunalpolitikern", sagte Wolfgang Eck, Geschäftsführer des IHK-Gremiums Weiden.

Politische Unterstützung

Im Vordergrund der Nordoberpfälzer Anliegen stehen internationales Marketing (Grenznähe zu Tschechien), Verbesserung der Infrastruktur, Tourismus, zunehmender Fachkräftemangel sowie Bildung und Qualifizierung. Eck erhofft sich von Nürnberg vor allem politische Unterstützung bei der Elektrifizierung der Bahnstrecke Regensburg-Hof.
In der Diskussion kristallisierten sich - neben Zoiglbier und Karpfen-Land - folgende "Alleinstellungsmerkmale" der Region heraus: regionale Verbundenheit, Zuverlässigkeit und Fleiß der Arbeitnehmer; hohe Lebens- und Freizeitqualität; Nähe zu Tschechien; Autobahnkreuz A 6 mit der A 93; Schwerpunkt für Logistik. Anton Braun (BIZ-Team, Altenstadt/WN) forderte im Tourismus ein geändertes "Zielgruppen-Marketing". Der Weidener Bürgermeister Lothar Höher unterstrich die Bedeutung von guten Hotels für die Region.

Ausgleichsprogramm für GA

"Der Bocklradweg ist zu wenig", erkennt IHK-Gremiumsvorsitzender Gerhard Ludwig enormes Potenzial beim Ausbau und zeitgemäßer Modernisierung des Radwegenetzes. Christian Fröhlich setzt auf Digitalisierung in der Werbung: "Über die klassischen Broschüren erreichen wir nichts mehr." Als "Herausforderungen der Zukunft" sieht das IHK-Gremium ein Ausgleichsprogramm für die (höchstwahrscheinlich) wegfallende Förderkulisse GA und ein direktes Ausloten aller Förderprogramme der EU durch die Metropolregion. "Hauptaufgabe der Europäischen Metropolregion Nürnberg ist es, unsere Region in die globalisierte Welt mitzunehmen", erklärte Bürgermeister Höher. Er bekräftigte seine Forderung nach "größeren politischen Strukturen" in der Nordoberpfalz.

Die IHK-Vollversammlung hatte sich mit denkbar knapper Mehrheit für eine auf drei Jahre befristete Mitgliedschaft im Verein "Wirtschaft für die Metropolregion" ausgesprochen. Vor allem die südliche Oberpfalz tendiert zu einer Donau-Moldau-Region, während sich der mittlere und nördliche Bereich eher an der Metropolregion Nürnberg orientiert.
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