Workshop "Historische Berufe" im Egerlandmuseum
Schüler als Wachssieder

Sehr interessiert waren die Buben und Mädchen der Mittelschule, als ihnen Pavlina Klemerová die Herstellung von Kerzen erklärte. Bild: hfz
Lokales
Bayern
03.05.2013
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Wachs hat eine lange historische Bedeutung in der Region. Um 1200 hat man in den Wäldern des Stiftlandes Waldsassen und im Egerer Reichsforst im Zuge der Waldwirtschaft Bienenwachs gewonnen. Gerade für das Kloster Waldsassen war dieses Bienenwachs nützlich zur Herstellung von Kerzen und somit für die Beleuchtung der Kirchen. Durch die Zeidlerei, also die Waldbienenzucht, hat man einen hohen Ertrag an Bienenwachs aus den umliegenden Wäldern erzielen können.

Der regionale Bezug bot dem Egerland-Museum Anlass, für Schüler der Mittelschule Marktredwitz den Workshop Kerzenherstellung anzubieten. Denn in diesem Jahr liegt der Schwerpunkt der Museumspädagogik auf der Thematik "Historische Berufe im Egerland".

Pavlina Klemerová, Handwerkerin der Einrichtung "Gutshof Bernard", stellte den Schülern der Klassen 6a und 6b ihr Handwerk vor. Dabei leitete sie die jungen Teilnehmer an, ihre eigenen Kerzen zu gestalten. Gefärbtes Wachs diente als Gestaltungsmittel. In dieses Wachs tauchten die Kinder ihre zuvor vorbereiteten Rohlinge ein und färbten es nach ihren Vorstellungen. Sichtlich stolz auf ihre bunten Unikate durften die Schüler dann ihre Kerzen, hübsch verpackt, mit nach Hause nehmen.
Kerzen sind im Egerland von besonderer Symbolkraft. So beobachtete man bei Hochzeiten die auf dem Altar brennenden Kerzen: Flackerten sie ruhig, würde die Ehe glücklich werden, bewegten sie sich unruhig, gab es im Eheleben Unfrieden. Erloschen die Kerzen gar, kündigten sie den frühen Tod der Person an, die der erloschenen Kerze gegenüberstand.

"Historisches Handwerk im Egerland" ist ein Projekt, das mit dem Projektpartner "Gutshof Bernard" bei Falkenau in Tschechien durchgeführt wird. Das Projekt wird von der Euregio Egrensis aus dem Programm Europäische Union Ziel 3 und von der Sudetendeutschen Stiftung gefördert.

Geplant sind weitere Workshops zu unterschiedlichen Handwerksberufen, wie Sprudelsteinschleifer, Geigenbauer, Tischler oder Schnitzern von Krippenfiguren. Diese werden von Jowita Maciejewski, Museumspädagogin im Egerland-Museum, konzipiert und geleitet. Der Geigenbau im Egerland ist das Thema der aktuellen Sonderausstellung, zu der besonders Musiklehrer mit ihren Schulklassen eingeladen sind.

Schüler der Geigenbauschule Eger demonstrieren bei Aktionstagen ihre einzigartige historische Handwerkstechniken. Die Sonderausstellung endet am 27. Oktober. Anmeldungen unter Telefon 09231/661250 oder 09231/3907.
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