23.04.2017 - 22:14 Uhr
Deutschland & Welt

Amberger Abgeordneter begrüßt: Seehofer bleibt Ministerpräsident Er macht weiter

Der bayerische Ministerpräsident und CSU-Vorsitzende Horst Seehofer will entgegen früherer Ankündigungen über 2018 hinaus im Amt bleiben.

Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (links) im Gespräch mit dem Amberger Landtagsabgeordneten Harald Schwartz. Bild: Hartl
von Jürgen Herda Kontakt Profil

München/Amberg. (jrh/dpa) Der bayerische Ministerpräsident und CSU-Vorsitzende Horst Seehofer will entgegen früherer Ankündigungen über 2018 hinaus im Amt bleiben. Bereits vor den Gremiensitzungen an diesem Montag kündigte der 67-Jährige einem kleinen Kreis von Parteifreunden an, wieder für beide Spitzenämter zu kandidieren.

CSU-Spitzenkandidat für die Bundestagswahl im Herbst soll demnach der bayerische Innenminister Joachim Herrmann werden. Die CSU hätte den 60-Jährigen bei einem Wahlerfolg gerne als neuen Bundesinnenminister.

Positiver Gesundheitstest

Der Amberger Landtagsabgeordnete Harald Schwartz kam am Sonntag aus Indien zurück - Jetlag inklusive. Zusammen mit sieben Kollegen des CSU-Arbeitskreises "Wirtschaft" besuchte er die bayerische Repräsentanz in Bangalore, um in der Ferne für den Wirtschaftsstandort Bayern zu werben.

Die Meldung in der "Bild"-Zeitung bei seiner Rückkehr überraschte ihn nicht: "Er macht weiter!" Zu dem kleinen Kreis von Vertrauten, den der Ministerpräsident am Sonntag von seiner Entscheidung in Kenntnis gesetzt habe, "gehöre ich sicher nicht", sagt der Wirtschaftsjurist lachend. Dennoch hätten sich die Indizien dafür zuletzt verdichtet: "Sein Gesundheitstest ist scheinbar positiv ausgefallen - er ist fit und will."

Marke für Sicherheit

Schwartz glaube, Seehofer habe die beste Lösung für die CSU und Bayern im Sinn gehabt. Viele Mitglieder seien der Meinung, mit dem Oberbayern an der Spitze die absolute Mehrheit trotz AfD bei der Landtagswahl 2018 am besten zu verteidigen. Und sie befürchteten, der CSU-Einfluss in Berlin könne ohne Seehofer sinken.

Besonders freut sich Schwartz aber über eine Personalie: "Wenn Joachim Herrmann als Spitzenkandidat für die Bundestagswahl antritt, ist das ein tolles Signal - Herrmann ist eine Marke für Sicherheit - und wäre ein starker Bundesinnenminister ." Als dessen Nachfolger könne er sich Gerhard Eck, seit 2009 Staatssekretär im Innenministerium, vorstellen: "Ein unglaublich fleißiger Mann und in den Themen voll drin."

Unruhe bei den potenziellen Nachfolgekandidaten erwartet der Oberpfälzer nicht: "Markus Söder hat klar gesagt, er würde gegen jeden antreten nur nicht gegen Seehofer." Wie es konkret weiter gehe und ob eine "Halbzeitlösung" angedacht sei, darüber informiere der Parteichef zunächst am Montag die Parteispitze und am Dienstag die Fraktion.

Seehofers dritte Amtszeit

Seehofer ist seit Oktober 2008 CSU-Vorsitzender und bayerischer Ministerpräsident. Der nächste Parteitag, auf dem die Parteiführung neu gewählt wird, ist für Herbst geplant. Bei der Landtagswahl im Herbst 2018 will sich Seehofer um eine dritte Amtszeit bewerben. (dpa)

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