27.12.2016 - 02:10 Uhr
Deutschland & Welt

Bauernverband will mehr als einmalige Entschädigung Ackermaut für die Trassen

München. Die Bauern wollen für die geplante unterirdische Stromtrasse durch ihre Ackerböden eine Maut (wir berichteten). "Die Netzbetreiber bekommen die Rechte zur Durchleitung und für viele Jahre eine garantierte Rendite. Da ist es aus unserer Sicht nur logisch, dass wir über eine Entschädigung hinaus einen Anteil bekommen", sagte der Präsident des Bayerischen Bauernverbandes, Walter Heidl. "Wir reden nicht über einen einmaligen Betrag, sondern über eine dauerhafte Abgabe."

Prototypen für Erdkabel mit drei Adern. Bild: dpa
von Agentur DPAProfil

Die Gräben, die für die Stromtrassen in den Boden gerissen würden, seien gigantisch, sagte Heidl. Auch wenn auf die etwa dreißig Meter breiten und zwei Meter tiefen Furchen wieder aufgefüllt seien, brauche der Boden Jahre, bis er sich erholt habe. "Das natürliche Gefüge im Boden wird zerstört. Für die ersten Jahre ist überhaupt keine Bewirtschaftung möglich."

Wenn die Bauern nun für den durch den Trassenausbau verlorenen Grund auch noch Ausgleichsflächen für den Naturschutz bereitstellen müssten wie für andere Baumaßnahmen, seien sie doppelt gestraft. Die Politik sei nun gefordert, hier brauchbare Regelungen zu finden. Was die Bauern verlangten, sei im Vergleich zu den hohen Kosten für die Erdkabel verschwindend.

Mit dem Vorrang für die sehr viel teurere Erdverkabelung war die Bundesregierung Bayerns Ministerpräsidenten Horst Seehofer (CSU) entgegengekommen. Dieser hatte gegen die Freileitungen gekämpft, weil der Widerstand in Bayern gegen sogenannte "Monstertrassen" groß sei.

Die Stromnetzbetreiber Tennet und Transnet hatten im Herbst ihre Vorschläge für mögliche Erdkabel-Korridore vom Norden in den Süden vorgelegt. Die Vorschläge werden nun von der Bundesnetzagentur geprüft.

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