Bevölkerungsprognose für die Oberpfalz bis zum Jahr 2035
Nur der Süden wächst

Die Häuser einer Wohnanlage in München aus der Luft. Vor allem die bayerischen Ballungsräume werden in den kommenden Jahren weiter wachsen. Die ländlichen Regionen der nördlichen Oberpfalz werden allerdings Einwohner verlieren, hat das Landesamt für Statistik prognostiziert. Bild: dpa
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Bayern
23.12.2016
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Entgegen früherer Prognosen wird die Bevölkerungszahl der Oberpfalz auch langfristig weiter wachsen. Das geht aus der aktualisierten Vorausberechnung des Landesamtes für Statistik hervor, die Innenminister Joachim Herrmann vorstellte.

Fürth. Demnach wird die Einwohnerzahl der Oberpfalz von zuletzt 1 092 300 bis 2035 auf 1 109 800 steigen (plus 1,6 Prozent). Der Zuwachs betrifft aber fast ausschließlich den Großraum Regensburg, dem ein Plus von fast 40 000 Einwohnern vorhergesagt wird. Gleichzeitig sinkt die Bevölkerungszahl in der nördlichen Oberpfalz um 20 000. Allerdings vollzieht sich dieser Rückgang nicht so schnell wie in früheren Prognosen vermutet.

Hauptgrund für die insgesamt positive Entwicklung in der Oberpfalz ist die Zuwanderung. Sie gleicht den zunehmenden Sterbeüberschuss gegenüber den Geburten mehr als aus. So erwarten die Statistiker, dass die Oberpfalz durch die natürliche Bevölkerungsentwicklung 7,1 Prozent ihrer Einwohner verliert, im Gegenzug aber durch weiteren Zuzug vor allem aus anderen Regionen Deutschlands sowie dem EU-Ausland 8,6 Prozent Neubürger dazukommen. Die Effekte durch die jüngste Flüchtlingswelle werden dabei laut Landesamt auf lange Sicht eine untergeordnete Rolle spielen.

Rückgang im Norden

In der Nordoberpfalz wird vor allem der Kreis Tirschenreuth Einwohner verlieren. Deren Zahl soll bis 2035 um 10,2 Prozent auf 65 800 zurückgehen. Daneben müssen bayernweit nur noch die oberfränkischen Kreise Wunsiedel, Kronach, Hof und Kulmbach einen zweistelligen Rückgang verkraften. Weniger Verluste werden für die Kreise Neustadt/WN ( minus 5,9 Prozent auf 89 500) und Amberg-Sulzbach (minus 4,8 auf 98 600) prognostiziert, ebenso für die Städte Amberg (minus 4,3 auf 40 100) und Weiden (minus 3,7 auf 40 500). Der Kreis Schwandorf wird leicht auf dann 147 300 Einwohner zulegen können (plus 1,7). Wie im bayernweiten Trend wird auch das Durchschnittsalter weiter ansteigen, und zwar von derzeit 43,7 auf 47 Jahre. Mit im Schnitt 49,1 Jahren werden die Menschen im Kreis Kronach die ältesten sein, mit 43,5 Jahren die Regensburger die jüngsten. Insgesamt werden 2035 rund 38 Prozent der Oberpfälzer älter als 60 Jahre sein, nur gut 18 Prozent unter 20 Jahre.

Herrmann will fördern

Herrmann betonte, die Staatsregierung werde weiterhin mit besonderen Fördermaßnahmen gegen Abwanderungstendenzen in strukturschwachen Gebieten vorgehen. Er nannte als Beispiel die kürzlich beschlossene Nordostbayern-Offensive zur Revitalisierung von Stadt- und Ortskernen, die Breitbandförderung und den Verkehrswegeausbau. "Wir wollen mit guter Infrastruktur die Entwicklung auf dem Land stabilisieren", sagte Herrmann. Damit könnten Menschen in ihrer ländlichen Heimat wohnen und in den Ballungsräumen arbeiten.

Gesamtbayerische EntwicklungDie Bevölkerung Bayerns wird nach der aktuellen Prognose bis 2035 um fast 700 000 auf dann 13,5 Millionen anwachsen. Drei Viertel dieses Zuwachses werden auf Oberbayern entfallen und davon wiederum der Löwenanteil auf den Ballungsraum München. Allein die Landeshauptstadt muss mit einem Plus von 200 000 auf dann 1,65 Millionen rechnen. Erst für die Zeit danach geht das Landesamt für Statistik mit einer leicht sinkenden Bevölkerungszahl aus. Das Plus kommt überwiegend aus der erwarteten Zuwanderung. Ohne diese würde die Einwohnerzahl bis 2035 um 4,4 Prozent sinken. Für Innenminister Herrmann dokumentiere die "insgesamt positive Entwicklung" die Attraktivität Bayerns als Lebens- und Wirtschaftsraum. (jum)
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