Bundesamt für Migration braucht weiter viel Personal
BAMF will Berge versetzen

Jutta Cordt, die künftige Leiterin des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF). Bild: dpa
Politik BY
Bayern
27.12.2016
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Noch kämpft das Bundesamt für Migration (BAMF) mit einem Berg von mehr als 400 000 nicht entschiedenen Asyl-Verfahren. Dafür wird bis ins Frühjahr weiter viel Personal gebraucht.

Nürnberg. Trotz sinkender Flüchtlingszahlen kann das Bundesamt nach Einschätzung seiner Chefin Jutta Cordt auch im nächsten Jahr nicht in großem Stil Personal abbauen. "Es ist ein Irrglaube, dass man viele Mitarbeiter nicht mehr braucht, wenn wir die Rückstände abgebaut haben", sagte Cordt. Viele Verfahren müssten erneut überprüft werden - bei nur einjährigem Schutzstatus, Wiederaufnahmen oder Klagen.

Bis Ende des Frühjahrs will die Behörde den Berg an anhängigen Verfahren abgearbeitet haben - zum Jahreswechsel werden es noch mehr als 400 000 sein. "Ich kann aktuell noch nicht sagen, ob das Ende März oder Ende April sein wird, denn das hängt ja auch von der Zahl der Neuzugänge in 2017 ab", sagte die Nachfolgerin von Frank-Jürgen Weise.

Wenn die Altfälle abgearbeitet sind, rechnet Cordt mit einer durchschnittlichen Verfahrensdauer von weniger als drei Monaten. Zuletzt waren es noch mehr als sechs Monate. "Einige komplexe Fälle werden auch künftig sechs oder sieben Monate brauchen. Andere können in wenigen Tagen entschieden werden", sagte Cordt. Sie möchte eine "atmende Behörde" entwickeln. "Aus den Erfahrungen der vergangenen beiden Jahre haben wir gelernt, dass wir ein gesundes Maß an Vorsorge treffen müssen, um auf unvorhersehbare Entwicklungen flexibel reagieren zu können."

Langfristig müsse das BAMF auch ohne die Abordnungen aus anderen Behörden auskommen. Derzeit arbeiten in der Behörde 6500 feste Mitarbeiter sowie 3500 Helfer von Bundeswehr, Zoll, Bundesagentur für Arbeit (BA), Telekom, Post und Innenministerium. Danach werde das Thema Integration immer wichtiger. "Auch für diesen Bereich haben wir schon zusätzliche Mitarbeiter eingestellt." Künftig sei die Frage, "was jenseits von Sprachkursen möglich ist, um auch gesellschaftliche Integration zu erreichen".
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