22.06.2015 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Bundespräsident mahnt Hilfe für Flüchtlinge an - Müller gegen Asylzentren in Afrika Gauck: Wir können mehr tun

von Redaktion OnetzProfil

(dpa/KNA) Bundespräsident Joachim Gauck hat die Deutschen aufgefordert, als Lehre aus der Vertreibung im Zweiten Weltkrieg die Flüchtlinge von heute großherziger aufzunehmen. Bei einem Festakt zum ersten bundesweiten Gedenktag für die Opfer von Flucht und Vertreibung in Berlin mahnte Gauck, Deutschland könne mit seiner wirtschaftlichen Stärke und politischen Stabilität mehr tun. Von der Bereicherung und Aufbauleistung durch die Vertriebenen, die vor 70 Jahren in einem armen Deutschland ankamen, leitete er neue Chancen durch Flüchtlinge für das heute vergleichsweise reiche Land ab. Er dankte den Nachbarstaaten für souveräne Gesten und Vertrauen nach dem Krieg. Der Bund der Vertriebenen - er vertritt die Interessen von 14 Millionen Vertriebenen und Nachkommen - hatte einen eigenen Gedenktag gefordert. Verbandspräsident Bernd Fabritius sagte bei dem Festakt: "Diesen Gedenktag war Deutschland den eigenen Opfern schuldig." Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) forderte unterdessen von der Europäischen Union eine stärkere Sicherung der EU-Außengrenzen. "Die europäische Kommission soll aus dem Frühjahrsschlaf erwachen und endlich die echten Probleme klären, anstatt sich mit der Maut zu beschäftigen", sagte Seehofer am Samstag beim Bezirksparteitag der mittelfränkischen CSU in Gunzenhausen. Gleichzeitig plädierte er dafür, in Nordafrika oder Südeuropa Asylzentren einzurichten. Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) sieht dies kritisch. Er sehe dafür keinen Weg, sagte er der "Neuen Osnabrücker Zeitung". "Wer sollte dies tun? Wo und wie?", beschrieb Müller die Probleme beim Bau solcher Zentren.

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