22.06.2017 - 21:04 Uhr
Deutschland & Welt

CSU legt Forderungskatalog gegen Ärztemangel vor: Anreize für künftige Ärzte

Die CSU will in den ländlichen Regionen Bayerns den Ärztemangel bekämpfen. Dazu stellte die Landtagsfraktion am Donnerstag einen Forderungskatalog mit 27 Punkten vor.

von Jürgen UmlauftProfil

München. Für die einzelnen Maßnahmen sollen ab dem kommenden Jahr neun Millionen Euro zusätzlich eingestellt werden. Konkret geht es um die Stärkung der Ausbildung von Allgemeinmedizinern und weitere Anreize für angehende Ärzte, sich im ländlichen Raum niederzulassen. Nach Zahlen der Kassenärztlichen Vereinigung Bayern (KVB) haben von 414 im vergangenen Jahr in den Ruhestand getretenen Hausärzten in Bayern 87 keinen Nachfolger gefunden. "Es geht um die Daseinsvorsorge in ganz Bayern", erklärte der CSU-Gesundheitspolitiker Bernhard Seidenath.

Mit Hilfe des Antragspakets soll an den bayerischen Universitäten eine "Landarztquote" bei den Medizinstudienplätzen eingeführt werden. Bis zu fünf Prozent der Studienplätze sollen für Bewerber reserviert werden, die sich verpflichten, später als Haus- oder Kinderarzt in einem unterversorgten Gebiet zu arbeiten. Zudem soll das monatliche Stipendium für angehende Landärzte von derzeit 300 Euro "deutlich erhöht" werden. Geprüft werden sollen nach dem Willen der CSU auch weitere Vergütungsanreize für Landärzte und die öffentliche Ausschreibung von Praxen mit einem garantierten Verlustausgleich. Vor allem dieses Modell ist umstritten, sollte aber nach Einschätzung des Kronacher CSU-Abgeordneten Jürgen Baumgärtner als ein Lösungsschritt getestet werden. "Wir müssen zur Sicherstellung der ärztlichen Versorgung im ländlichen Raum neue Wege ausprobieren, auch wenn im Einzelfall die Gefahr des Scheiterns besteht", sagte er. Zudem betonte er, dass auch andere Rahmenbedingungen wie der Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs angegangen werden müssten. Schließlich werde nicht in jedem Dorf ein Hausarzt gehalten werden können.

In weiteren Anträgen will die CSU Staatsregierung und KVB beauftragen, Hemmnisse bei der Gründung und Besetzung von Arztpraxen in Trägerschaft von Kommunen oder der KVB abzubauen. Damit soll dem Trend entsprochen werden, dass immer mehr Ärzte angestellt arbeiten wollen, um nicht das wirtschaftliche Risiko tragen zu müssen. Insgesamt will die CSU durch eine Imagekampagne und Umschulungsmaßnahmen den Beruf des Hausarztes attraktiver machen. Auch sollen mehr Medizinstudienplätze entstehen. Bundesweit sei eine Erhöhung um mindestens zehn Prozent anzustreben. Durch die geplanten 1250 Studienplätze am neuen Uni-Klinikum Augsburg gehe Bayern in Vorleistung.

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