06.02.2018 - 14:14 Uhr
Deutschland & Welt

Die Basis hat entschieden Schulze und Hartmann führen Grüne in die Landtagswahl

Die Grünen stellen dem CSU-Spitzenkandidaten Markus Söder im Wahlkampf ein junges Spitzenduo entgegen. Das bringt aber nicht nur viel Pragmatismus und Ehrgeiz mit, sondern ist auch offen für eine Koalition mit der CSU.

Thomas Gehring (links) unterlag bei der Abstimmung Ludwig Hartmann (rechts). Katharina Schulze war als Spitzenkandidatin gesetzt. Bild: Kjer/Hoppe/dpa
von Agentur DPAProfil

München. Das Spitzenduo Katharina Schulze und Ludwig Hartmann führt die bayerischen Grünen in die Landtagswahl 2018. Die Parteibasis stimmte bei der ersten Urwahl des Landesverbandes mit großer Mehrheit für die beiden Vorsitzenden der Landtagsfraktion. Hartmann erhielt mehr als 65 Prozent der Stimmen, sein Gegenkandidat Thomas Gehring kam am Ende nur auf knapp 30 Prozent. Schulze durfte sich gar über fast 90 Prozent der Stimmen freuen, allerdings hatte sie auch keine Gegenkandidatin, daher war sie von Anfang an als weibliche Vertreterin in der Doppelspitze gesetzt.

"Unsere Mitglieder haben sich für ein frisches, aber eingespieltes Team entschieden", sagte die Landesvorsitzende Sigi Hagl am Dienstag in München. Die Grünen stünden vor einem der härtesten und spannendsten Wahlkämpfe überhaupt. Die Zeit der absoluten Mehrheiten der CSU sei vorbei, die Grünen seien "bereit wie nie zuvor, Verantwortung zu übernehmen". Hartmann und Schulze stünden für den Generationswechsel in der Partei, seien pünktlich zum Auftakt des Wahljahres ein Zeichen des Aufbruchs, betonte Hagls männliches Pendant Eike Hallitzky. 4943 der 9303 stimmberechtigten Parteimitglieder hatten sich an der Urwahl beteiligt, 4641 Stimmen waren am Ende gültig.

Die Grünen hatten im November auf ihrem Parteitag beschlossen, per Urwahl das Spitzenduo für die voraussichtlich am 14. Oktober 2018 stattfindende Wahl bestimmen zu wollen. Die hohe Beteiligung bei der Urwahl zeige nicht nur die Geschlossenheit der Partei, sondern auch wie spannend Demokratie seien könne, betonten die Landeschefs. Seit Mitte Dezember hätten die Grünen 700 neue Mitglieder dazugewonnen.

Hartmann und Schulze bezeichneten ihre Ergebnisse als "Rückenwind" für den Wahlkampf und kündigten einen sachorientierten Wahlkampf an. Es mache keinen Sinn, sich am Versagen des politischen Gegners abzuarbeiten, "mit draufhauen begeistert man die Wähler nicht für Politik", betonte Hartmann. Stattdessen würden die Grünen mit praktischen Lösungsvorschlägen - etwa zum Wohnungsbau, dem Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs, der Digitalisierung, der Landwirtschaft sowie in der Agrar-, Energie- und Umweltpolitik versuchen, die Gegner inhaltlich zu stellen. "Es geht um einen Haltungswahlkampf, es geht darum, unsere Demokratie zu verteidigen", sagte Schulze, die genau wie Hartmann kaum einem Flügel in der Partei zugeordnet werden kann, sondern eher zur neuen Generation der Flexi-Grünen mit politischen Grundwerten aber auch einem klaren Regierungswillen zu zählen ist.

Die Grünen würden weiterhin für ein weltoffenes und ökologisches Bayern eintreten, für ein Land, in dem Chancengleichheit möglich werde, betonten Schulze und Hartmann. Bereits auf ihrem Parteitag im vergangenen Jahr hatte sich die Partei eine Regierungsbeteiligung zum Ziel gesetzt. In Umfragen lag die Partei jüngst bei rund 14 Prozent. 2013 erzielte sie 8,6 Prozent.

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