Die Ziele von Bayerns neuem Wirtschafsminister Franz Josef Pschierer
Vollbeschäftigung bis 2020

Wirtschaftsminister Franz Josef Pschierer. Bild: Lino Mirgeler/dpa
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Bayern
28.03.2018
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Die ehemalige Wirtschaftsministerin Ilse Aigner ist nun Bau- und Verkehrsministerin. Am Mittwoch schraubte sie auf der Baustelle des neuen Ministeriums schon mal ein Schild an die Wand. Bild: Lino Mirgeler/dpa

In zwei Jahren soll nach Erwartung von Bayerns Wirtschaftsminister Franz Josef Pschierer im gesamten Freistaat Vollbeschäftigung herrschen. Auf dem Weg dahin will der CSU-Politiker ländliche Regionen und Firmengründer fördern.

München. Der neue bayerische Wirtschaftsminister Franz Josef Pschierer will bis 2020 in allen bayerischen Regierungsbezirken Vollbeschäftigung erreicht haben. Das kündigte der CSU-Politiker am Mittwoch in München an. Erreicht werden soll das über die Regionalförderung und eine gezieltere Ansiedlungspolitik. "Ich will den Schwerpunkt unserer Standortwerbung vor allem auf die ländlichen Regionen in Nordbayern richten", sagte Pschierer. Dazu plant er, die Nürnberger Außenstelle der Ansiedlungsagentur "Invest in Bavaria" personell zu verstärken. Die Agentur steht seit Jahren in der Kritik, weil sich die große Mehrzahl der angeworbenen Investoren im Großraum München ansiedelt.

Pschierer, der das Amt von Ilse Aigner übernommen hat, betonte, dass man keinem Unternehmen vorschreiben könne, wo es einen neuen Standort errichten solle. Sein Ziel sei es aber, gerade den Norden Bayerns mit seinen Standortvorteilen intensiver zu bewerben. Dazu gehöre der Verweis auf die dort inzwischen vorhandenen Forschungseinrichtungen sowie Gründer- und Technologie-Transfer-Zentren. Auch wolle er die im Gegensatz zu den Ballungszentren größere Verfügbarkeit von qualifizierten Arbeitskräften und die niedrigeren Immobilien- und Lebenshaltungskosten in Anwerbegesprächen verstärkt thematisieren. "Ich will die positiven Standortfaktoren transparent und werbewirksam nach außen darstellen", sagte Pschierer. Die Welt müsse wissen, was es in Bayern alles gebe.

Auch in Sachen Fachkräftemangel plant der Minister neue Initiativen. Zum einen könnten auf dem heimischen Arbeitsmarkt durch die höhere Berufstätigkeit von Frauen und älteren Menschen sowie die Ausbildungsförderung von Studienabbrechern Potenziale gehoben werden, zum anderen werde er sich in Absprache mit dem Innenministerium für ein "Fachkräftezuwanderungsgesetz" stark machen. Mit diesem sollen bedarfsgerecht ausländische Fachkräfte angeworben werden können. Erleichterungen plant Pschierer zudem für Firmengründer. Diese sollen in der Startphase von überbordender Bürokratie befreit werden.

In der Energiepolitik sprach sich Pschierer deutlich für den Ausbau der Stromnetze aus. Das gelte auch für die beiden nach Bayern führenden HGÜ-Gleichstromtrassen. Weil diese für die Versorgungssicherheit benötigt würden, werde er hier "sogar noch aufs Tempo drücken", betonte er. Außerdem sprach sich Pschierer für den Ausbau regionaler Verteilnetze aus, um den in Bayern aus erneuerbaren Energien gewonnenen Strom besser zu den Verbrauchern zu bringen. Aufwerten will Pschierer den Tourismus. Dieser entwickle sich zunehmend zu einer Leitökonomie für den Freistaat. Im Wirtschaftsministerium will er deshalb eine eigene Tourismusabteilung einrichten. Um dem Wirtshaussterben entgegenzutreten, kündigte Pschierer eine "Kampagne zur Zukunft des bayerischen Gastgewerbes" an.
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