07.01.2016 - 02:10 Uhr
Deutschland & Welt

Drohendes Urteil setzt Angeklagte unter Druck Schlussspurt im NSU-Prozess

München. Der NSU-Prozess geht in die Schlussphase, die Beweisaufnahme gilt als überwiegend abgeschlossen. Dennoch könnte es in den nächsten Monaten noch Überraschungen geben - wegen der Aussagen der mutmaßlichen Rechtsterroristin Beate Zschäpe und ihres mutmaßlichen Helfers Ralf Wohlleben.

Die Angeklagte Beate Zschäpe (links) neben ihrem vierten Anwalt Mathias Grasel. Bild: dpa
von Agentur DPAProfil

Beide hatten im Dezember nach jahrelangem Schweigen erstmals zu den Tatvorwürfen ausgesagt - wohl deshalb, weil sie mit langen Freiheitsstrafen rechneten. Kommende Woche wird der Prozess nach der Weihnachtspause fortgesetzt. Im Mittelpunkt steht zunächst Zschäpe, einzige Überlebende des NSU-Trios.

Zschäpe gab nur wenig über ihr Leben mit Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt im Untergrund preis. In seinen Nachfragen an Zschäpe geht es dem Gericht oft um, mit welchen Namen sich Zschäpe, Mundlos und Böhnhardt untereinander angeredet haben - nach außen hatten sie stets Decknamen verwendet. Außerdem will das Gericht wissen, wer den Dreien 1998 half, aus Jena zu fliehen.

Zudem soll Zschäpe sagen, was sie über die Herkunft der Waffen weiß, die sie nach eigener Aussage bei Mundlos und Böhnhardt sah. Bislang sind Termine bis Anfang September festgesetzt. Wann ein Urteil fällt, ist noch offen.

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