12.03.2018 - 20:00 Uhr
Deutschland & Welt

FDP nomminiert Spitzenkandidat für Landtagswahl Hagen setzt sich durch

Aus acht macht eins: Ein 36-Jähriger hat sich in der Urwahl um die FDP-Spitzenkandidatur für die bayerische Landtagswahl durchgesetzt.

Der ehemalige FDP-Landesgeschäftsführer Martin Hagen spricht bei seiner Vorstellung als Sieger der Stichwahl um die Landtags-Spitzenkandidatur für die FDP in Bayern. Bild: Peter Kneffel/dpa
von Jürgen UmlauftProfil

München. Bayerns FDP zieht mit dem 36-jährigen Martin Hagen als Spitzenkandidat in den Landtagswahlkampf. Der ehemalige Landesgeschäftsführer der Partei setzte sich in der Stichwahl des Mitgliederentscheids mit 58,7 Prozent der abgegebenen Stimmen gegen den früheren Parteichef Albert Duin (64) durch. Hagen grenzte sich bei seiner Vorstellung inhaltlich klar von der CSU ab, schloss aber im Falle eines Einzugs in den Landtag eine Koalition nicht aus.

"Wir sind bereit, Verantwortung in Bayern zu übernehmen, aber nicht um jeden Preis", erklärte er. Die FDP sei keine Protestpartei, sondern habe einen Gestaltungsanspruch. Als Mehrheitsbeschaffer für ein "Weiter so" in Bayern stehe die FDP deshalb nicht zur Verfügung.

"Wir brauchen keine konservative Revolution, sondern ein liberales Update für Bayern", sagte Hagen. Während CSU-Spitzenkandidat Markus Söder mehr Kreuze in den Klassenzimmern haben wolle, trete die FDP für "mehr Lehrer, WLAN und Tablets" ein. Sein Ziel sei es, Bayern liberal und weltoffen zu halten. Mit Blick auf das von der CSU verschärfte Polizeiaufgabengesetz betonte Hagen, Wunsch der FDP sei es, "die Bürger vor Kriminellen zu schützen und den Rechtsstaat vor der CSU". Auch den Heimatbegriff definierte der FDP-Spitzenkandidat anders. Heimat dürfe nicht vom Staat per Leitkultur vorgeschrieben werden, sondern müsse von den Bürgern selbst geschaffen werden. Dazu gehöre neben dem Bewahren von Traditionellen auch die Aufnahme von Einflüssen von außen.

Als Kernthemen im Landtagswahlkampf nannte Hagen das Eintreten für den Bau einer dritten Startbahn am Münchener Flughafen, eine Freigabe der Ladenöffnungszeiten an Werktagen und Verbesserungen im Bildungsbereich wie den Rechtsanspruch auf Ganztagesbetreuung oder eine höhere Qualität der frühkindlichen Bildung. Auch bei der Digitalisierung und der Hilfe für Unternehmensgründer wolle die FDP Akzente setzen. Zudem trat Hagen für ein modernes Einwanderungsgesetz ein, das klare Regeln für die Zuwanderung schaffe.

Seine Wahl zum Spitzenkandidaten wertete Hagen als "Dokumentation für den Generationswechsel" bei den Liberalen. "Die bayerische FDP 2018 ist eine andere als 2013", sagte er mit Blick auf das damalige Scheitern bei der Landtagswahl. Ein konkretes Wahlziel für die Wahl im Oktober wollte Hagen nicht ausgeben, er zeigte sich aber vom Wiedereinzug in den Landtag überzeugt. Bei Umfragen pendelten die bayerischen Liberalen zuletzt um die Fünf-Prozent-Hürde.

Wir möchten die Ladenöffnungszeiten an Werktagen freigeben.Martin Hagen, Spitzenkandidat der FDP in Bayern
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