Finanz- und Heimatminister feiert runden Geburtstag
Markus Söder wird 50

Polarisierend, provokant auch polemisch: der bayerische Finanzminister Markus Söder. Bild: dpa
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Bayern
01.01.2017
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Für einen Landespolitiker genießt der bayerische Finanz- und Heimatminister bundesweit besondere Berühmtheit. Doch an Markus Söder scheiden sich die Geister. Mit Blick auf seinen runden Geburtstag fragt er sich, ob sein Vater Recht behalten wird.

München. Über fehlende Kritiker kann sich Markus Söder (CSU) nicht beschweren. Genau wie über fehlende Aufmerksamkeit. Beides ist dem Fan des 1. FC Nürnberg garantiert. Mal weil Söder die Flüchtlingspolitik des Bundes mit markigen Worten à la Bierzelt beschimpft, mal weil er auch vor Kritik an Parteifreunden und Kirchen nicht zurückschreckt. Oder nur, weil er hart angegangen wird.

Image als Populist

Aber für seine Art feiern große Teile der CSU-Mitglieder und -Wähler Söder auch, der am 5. Januar 50 Jahre alt wird. Hier finden viele seiner Äußerungen schnell guten Resonanzboden. Dagegen ist sein Image außerhalb des Freistaates umstritten: Er gilt als Scharfmacher, Populist, Provokateur, Rechtsaußen. "Diese Kritik muss man wegstecken können. Wer mich kennt, weiß, dass mich diese Beschreibungen nicht richtig charakterisieren", sagt er ruhig.

Der einstige Einserabiturient weiß sehr wohl, dass seine politische Karriere von genau diesem Spannungsfeld lebt. Söder hat daraus ein Alleinstellungsmerkmal kreiert inklusive Talkshow-Besuche und Interviewanfragen. Dank sozialer Netzwerke ist Söder so gut wie immer online, ob mit Fotos seiner Weihnachtsgans oder politischen Botschaften - nur bei Twitter macht er wegen massiver Beschimpfungen derzeit eine Pause.

Zur Wahrheit gehört aber auch, dass es bei seinen Unterstützern in der CSU viele gibt, die fürchten, dass genau dieser Habitus ihn am Ende das große Ziel kosten könnte: Nachfolger von Horst Seehofer als CSU-Chef und bayerischer Ministerpräsident. Dieses Ziel ist seit Jahren ein offenes Geheimnis. Wo auch immer Söder hinkommt, wird er darauf angesprochen. Lange sah es so aus, als sei die Geduld - laut Söder "keine meiner großen Stärken, aber ich arbeite daran" - nach der Landtagswahl 2018 vorbei. Dank Seehofer ist das Personalkarussell aber voll in Fahrt: Mit der ins Spiel gebrachten Koppelung des Parteivorsitzes an einen Ministerposten in Berlin provozierte er neuen Streit der Alphatiere.

Nicht nach Berlin

Söder will unter keinen Umständen nach Berlin: "Ich fühle mich in Bayern einfach wohl. Ich brauche den Kontakt zu den Menschen, will im Land unterwegs sein und hier Politik machen." In der Bundeshauptstadt sei er nicht gut aufgehoben, (zu) ihm passe auch nicht, wie dort gearbeitet werde, sagt der vierfache Vater.

Söders CSU-Laufbahn lässt große Ziele vermuten: Seit 1983 ist der promovierte Jurist Parteimitglied, von 1995 bis 2003 war er Chef der Jungen Union. Seit 1994 ist er Landtagsabgeordneter, seit 1995 Teil des Präsidiums, von 2003 bis 2007 war er unter dem damaligen CSU-Chef Edmund Stoiber Generalsekretär, seit 2007 ist er Minister. "Er ist mein Mentor und eine politische Vaterfigur", sagt Söder über Stoiber und betont stolz, dieser habe ihn nie geschimpft.

Söder weiß um seinen Sonderstatus in der CSU. Andere wären mit einer solch provokanten Art gegenüber Seehofer wohl schon lange auf einem Abstellgleis gelandet. Dabei war eine politische Karriere nie Söders Ziel: "Es war Zufall, dass ein Landtagsmandat frei wurde. Wer weiß, was sonst aus mir geworden wäre." Mit Blick auf seinen 50. Geburtstag gibt er sich gelassen. Die Jahre zwischen 40 und 50 seien wichtig, weil dann alle Weichen für die Zukunft gestellt würden. "Ab 50 beginnt im Leben eines Mannes die Zeit der Ernte", zitiert er gerne seinen Vater. Was das für ihn bedeute, werde sich zeigen.
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