21.11.2017 - 21:38 Uhr
Deutschland & Welt

Finanzielle Unterstützung für defizitäre Geburtshilfestationen auf dem Land geplant Programm für die Geburtshilfe

München. Mit einem Sonderprogramm will der Freistaat die Geburtshilfe im ländlichen Raum sicherstellen. Der Ministerrat fasste dazu am Dienstag einen Grundsatzbeschluss. Er sieht einen staatlichen Zuschlag zu der von den Krankenkassen gezahlten Pauschale von rund 300 Euro je Geburt an die Kommunen als Träger der Entbindungsstationen in Krankenhäusern vor. Geplant sei ein "mittlerer zweistelliger Betrag", teilte Staatskanzleiminister Marcel Huber nach der Sitzung mit. Dieser soll direkt den Hebammen zugutekommen, um die Attraktivität der stationären Geburtshilfe zu erhöhen. Außerdem soll es eine finanzielle Unterstützung für defizitäre Geburtshilfestationen auf dem Land geben. Dafür will der Freistaat jährlich einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag aufwenden.

von Jürgen UmlauftProfil

Die neuen Leistungen sollen noch in den Nachtragshaushalt für 2018 eingearbeitet werden. Aus Kostengründen müssten immer mehr Geburtshilfestationen schließen, während Eltern eine möglichst wohnortnahe Optimalversorgung wünschten. Ziel sei nicht, jede "Kleinststation" zu erhalten, zumindest aber alle "bedarfsnotwendigen Einrichtungen" mit mindestens 300 Geburten pro Jahr. Die Gesundheitsministerin Melanie Huml erklärte, werdende Mütter bräuchten die Sicherheit, dass die Geburtshilfe im Freistaat auch künftig flächendeckend zur Verfügung stehe. Dies könne nur gelingen, wenn es ausreichend praktizierende Hebammen gebe. Zudem müssten kleinere Kliniken unterstützt werden, die mangels ausreichender Fallzahlen in der Geburtshilfe nicht kostendeckend arbeiten könnten. Ergänzend werde sich die Staatsregierung weiterhin auf Bundesebene für bessere Rahmenbedingungen in der Geburtshilfe einsetzen, so Huml.

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