09.03.2018 - 20:54 Uhr
Deutschland & Welt

Forderung: Bessere Infrastruktur auf dem Land Glasfaserausbau in Bayern kostet Milliarden

München. Die Grünen im Landtag fordern eine komplette Umstellung der Breitbandförderung in Bayern. Um die künftigen Anforderungen an ein schnelles Internet landesweit zu erfüllen, müsse ein Glasfaseranschluss in jedes Haus das Ziel sein. Mit ihrem Programm, das auf die technische Beschleunigung mittels "Vectoring" setze und keine Anreize biete, die Kupferleitungen auf der "letzten Meile" in die Haushalte durch Glasfaser zu ersetzen, fördere die Staatsregierung eine überholte Technologie, kritisierte der für Infrastrukturfragen zuständige Angeordnete Markus Ganserer.

von Jürgen UmlauftProfil

Bei ihrer Forderung stützen sich die Grünen auf eine von ihnen in Auftrag gegebene Studie des Instituts WIK-Consult (Bad Honnef). Der zuständige Studienleiter Christian Wernick erklärte, dass die heute von der Staatsregierung geförderte Technologie in zehn Jahren nicht mehr ausreichend sei. Dann bräuchten rund 75 Prozent der Bevölkerung Übertragungsraten von mindestens 500 Megabit pro Sekunde - also zehn Mal mehr als heute in erst 37 Prozent der ländlichen Räume Bayerns Standard sei. Wernick riet dazu, die Förderung auf Glasfaser umzustellen, dafür die Höchstfördergrenze (derzeit 950 000 Euro je Projekt) anzuheben und die Mittel in den Räumen zu konzentrieren, in denen es den größten Nachholbedarf gibt. Die Kosten für eine flächendeckende Glasfaserversorgung in Bayern bezifferte er auf rund elf Milliarden Euro.

Grünen-Fraktionschef Ludwig Hartmann bezeichnete den Ausbau eines zukunftsträchtigen Breitbandnetzes als wichtigen Beitrag zur Chancengerechtigkeit im Land. In Bayern würden die Fördergelder aber falsch ausgegeben, Nötig sei zudem die Zulassung von "Betreibermodellen". In diesen könnten die Kommunen den Bau der Glasfasernetze selbst übernehmen und die Leitungen dann an Telekommunikationsanbieter verpachten. Heimatstaatssekretär Albert Füracker wies die Forderungen zurück. Der Ausbau des schnellen Internet laufe in Bayern "auf Hochtouren". Bayern setze dabei auf Glasfaser. Ob die Kabel bis ins Haus verlegt würden, liege in der Entscheidung der Kommunen. Derzeit erhielten bayernweit 90.000 Haushalte einen Glasfaseranschluss, mehr als 1100 Gemeinden setzten entsprechende Projekte um. Bayern sei mit rund 40.000 Kilometer im Bau befindlicher Glasfaserleitungen bundesweit Spitzenreiter.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.