03.09.2017 - 18:40 Uhr
Deutschland & Welt

Freistaat will mehr über Suchtmittel an der Schule erfahren Schüler-Suchtumfrage

Bier, Zigaretten oder doch Crystal Meth? Die Staatsregierung will wissen, welche Erfahrungen Jugendliche im Freistaat mit Suchtmitteln haben. Etwa 7500 Schüler sollen Auskunft geben.

Hauptschüler auf dem Pausenhof in Straubing. Bild: Armin Weigel/dpa
von Agentur DPAProfil

München. Eine Umfrage soll der Landesregierung mehr Informationen über den Umgang von Jugendlichen mit Drogen und Sucht liefern. Von Schuljahresbeginn an sollen dafür etwa 7500 Schüler ab der 8. Klasse Auskunft über ihre Erfahrungen mit Suchtmitteln geben - anonym und in einem Fragebogen. "Ich setze darauf, dass wir bei der anonymen Befragung offene Antworten bekommen - und damit auch Hinweise, ob unsere Präventionsmaßnahmen ergänzt werden sollten", sagte Ministerin Melanie Huml (CSU). Ihr Haus stellt für die sogenannten Schüler- und Lehrerbefragungen zum Umgang mit Suchtmitteln (SCHULBUS) 70 000 Euro zur Verfügung.

Für die Studie haben die Forscher Schulen in den Städten München und Nürnberg sowie den Landkreisen Miltenberg, Dillingen und Weilheim-Schongau ausgewählt. Erste Ergebnisse erwarten Gesundheits- und Kultusministerium Mitte 2018.

In Hamburg wird die SCHULBUS-Studie seit 2004 durchgeführt. Sie ermittelte in den vergangenen Jahren einen Rückgang des Suchtmittelkonsums unter Jugendlichen. Die Verantwortlichen führen das auch auf präzisere Präventionsmaßnahmen zurück, die auf Basis der Studien-Ergebnisse eingeführt wurden.

Die bayerische Landesregierung investiert derzeit etwa sieben Millionen Euro jährlich in Sucht-Prävention und -Hilfe. Der Kampf gegen Drogen müsse allerdings weiter verstärkt werden, sagte Huml. So habe sich etwa die Zahl der Todesfälle durch Crystal Meth und Neue Psychoaktive Substanzen (NPS) deutlich erhöht. Das Ministerium fördere deshalb beispielsweise ein Präventionsprojekt, das sich gezielt an junge Partygänger richte, sagte Huml.

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