Früherer Postminister star mit 79 Jahren
Wolfgang Bötsch gestorben

Wolfgang Bötsch 1996 mit einem frühen Handy. Bild: Erwin Elsner/dpa
Politik BY
Bayern
15.10.2017
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Jahrzehntelang mischte Wolfgang Bötsch in der Bundespolitik mit. In Erinnerung bleiben wird er vor allem mit seinem Ministeramt, das nach ihm nicht fortgeführt wurde.

Würzburg. Der frühere Postminister Wolfgang Bötsch ist tot. Der CSU-Politiker starb am Samstag im Alter von 79 Jahren in Würzburg, wie aus Kreisen der Partei am Sonntag bekannt wurde. Bötsch war von 1993 bis 1997 letzter Bundesminister für Post und Telekommunikation. Er trieb die Umwandlung von Telekom, Postbank und Postdienst in Aktiengesellschaften voran und schaffte so sein eigenes Ministeramt ab.

Der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) würdigte Bötsch als einen hochgeschätzten Weggefährten und klugen Ratgeber. Die CSU verliere mit ihm eine ihrer großen Persönlichkeiten. Bötsch wurde in Bad Kreuznach (Rheinland-Pfalz) geboren und wuchs in Unterfranken auf. Seine Karriere in der Politik begann auf kommunaler Ebene in Würzburg, 1976 zog er in den Bundestag. Fast 30 Jahre war er dort Abgeordneter, arbeitete unter anderem als parlamentarischer Geschäftsführer. Das Postministerium sei nie sein Karriereziel gewesen, erzählte er. Als Bötsch 1993 Postminister wurde, hob er selbstironisch zwei Dinge hervor: Er könne Briefmarken kleben und telefonieren. Mit seiner urigen, bodenständigen Art entsprach er nicht dem Bild eines Politmanagers, der eine der größten Privatisierungsaktionen in der Geschichte der Bundesrepublik über die Bühne brachte. Mit Verhandlungsgeschick und gegen die Postgewerkschaft legte Bötsch die Basis für einen modernen, wettbewerbs- und kundenorientierten Telekommunikationsmarkt.
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