19.12.2017 - 20:10 Uhr
Deutschland & Welt

Geld für den Abschuss Bayern macht Jagd auf Wildschweine

In Tschechien kursiert die Afrikanische Schweinepest. Damit die Krankheit keine Wildschweine in Bayern befällt, sollen mehr Tiere erschossen werden. Dafür gibt es sogar Geld.

Als Vorbeugung gegen eine mögliche Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest will Bayern die Wildschweinbestände verringern. Archivbild: Bernd Settnik/dpa
von Jürgen UmlauftProfil

München. Zum Schutz vor einem Übergreifen der in Tschechien bereits mehrfach nachgewiesenen Afrikanischen Schweinepest (ASP) auf Bayern will die Staatsregierung unter anderem die Wildschweinjagd im Grenzgebiet zum Nachbarland forcieren. Ziel sei es, in Kooperation mit den Jäger die hohe Wildschweindichte im Freistaat zu reduzieren, erklärte Umweltministerin Ulrike Scharf nach einer Ministerratssitzung in München.

Um den Anreiz für eine noch intensivere Bejagung zu erhöhen, zahlt der Freistaat für das Erlegen bestimmter Wildschweine künftig eine zusätzliche Vergütung von 20 Euro je Tier. Konkret geht es hier um Frischlinge sowie weibliche Tiere (Bachen), die noch nicht oder nicht mehr für die Aufzucht von Jungtieren verantwortlich sind. Insgesamt stehen für die Abschussprämie bis Ende 2018 1,5 Millionen Euro zur Verfügung. Auch für die Untersuchung verendeter Wildschweine auf ASP-Viren gibt es künftig eine Aufwandsentschädigung von 20 Euro.

Nach Auskunft Scharfs ist die Afrikanische Schweinepest nicht auf den Menschen übertragbar, für Haus- und Wildschweine aber hochansteckend und im Regelfall tödlich. Sie stelle damit eine "ernstzunehmende Bedrohung" für die Nutztierbestände in Bayern dar. Mit dem Präventionspaket sollen die bayerischen Schweinehalter von Verlusten verschont bleiben. Es umfasst neben der neuen Abschussprämie auch mehrsprachige Aufklärungskampagnen, gezielte Kontrollen der Veterinärbehörden und Hygienemaßnahmen. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Grenzregion zu Tschechien.

Agrarminister Helmut Brunner forderte vom Bund eine Ausweitung der Schweinepestverordnung. Dies könne zu einer besseren Prävention und im Falle eines Ausbruchs zu schnelleren Gegenmaßnahmen beitragen.

Zudem hat die Staatsregierung auf Vorschlag von Sozialministerin Emilia Müller die Gründung einer "Zukunftsstiftung Ehrenamt Bayern" beschlossen. Aus dieser sollen neue ehrenamtliche Initiativen eine Anschubfinanzierung erhalten können. "Oftmals brauchen gute Ideen einen kleinen Anschub, um Großes zu bewirken", erklärte Müller. Die Stiftung wird mit 2,5 Millionen Euro ausgestattet, die verteilt über die kommenden zehn Jahre vergeben werden sollen. Bei der Opposition stieß diese sogenannte "Verbrauchsstiftung" auf Kritik. Die Einrichtung müsse dauerhaft finanziell abgesichert sein, forderte die SPD-Sozialpolitikerin Ruth Waldmann. Müller begründete die Stiftungsform mit der Null-Zins-Phase auf den Kapitalmärkten.

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